Brot- und Butterlinse

Als Brot- und Butterlinse wird in der Fotografie ein Objektiv bezeichnet, welches man quasi immer dabei hat und für die meisten Aufnahmen benutzt. Je nach Genre und Fotograf handelt es sich dabei um ein anderes Objektiv. Ein Sportfotograf bevorzugt sicherlich große Brennweiten, während bei der Architekturfotografie meist kleine Brennweiten eingesetzt werden. Für viele Anfänger wird das mitgelieferte Kit-Objektiv die Brot- und Butterlinse sein. So auch für mich. Als ich meine Kamera kaufte, war ein 18-55mm-Objektiv dabei. Etwas später kam noch ein 55-300mm Telezoom dazu. Auch das ist eher ein Kit-Objektiv. Mit diesen beiden Objektiven und den manuellen M42-Objektiven habe ich die vergangenen 5 Jahre fotografiert. Obwohl ich immer wieder davon gelesen habe, wie sinnvoll es ist, diese Kit-Objektive durch höherwertiges Glas zu ersetzen, ist es bei mir in all den Jahren nicht dazu gekommen.

Nun endlich, nach dieser langen Zeit, habe ich mir endlich ein neues Objektiv gekauft. Ziel war es, eine neue Brot- und Butterlinse zu finden und damit mein 18-55mm überflüssig zu machen. Vor allem die lauten Fokussiergeräusche und das “Pumpen” beim Fokussieren unter schlechten Lichtverhältnissen störte mich. Ich hatte die Wahl zwischen Objektiven von Pentax, Tamron und Sigma. Da ich vorbehaltlos gegenüber jedem Hersteller bin, habe ich mich nach Empfehlung aus einem Forum für das Sigma 17-70mm 2.8-4.0 entschieden.

objektiv

Die erste Auffälligkeit ist die quasi geräuschlose Fokussierung. Auch wenn das heutzutage bei den Objektiven Standard ist, so ist es für mich doch eine völlig neue und positive Erfahrung. Das allein ist schon Grund genug, das Kit-Objektiv abzulösen. Aber wenn man schon Geld ausgibt, möchte man auch gleich noch einen Mehrwert an Qualität haben. Aber liefert das Objektiv nun überhaupt bessere Ergebnisse als mein altes 18-55? Um davon einen Eindruck zu bekommen, habe ich beide Objektive auf die Kamera geschnallt, die wiederum auf dem Stativ befestigt war. Beide Objektive habe ich möglichst genau auf 50mm eingestellt, so dass ungefähr der gleiche Ausschnitt zu sehen. Mit jedem Objektiv habe ich bei Blende 11 eine Aufnahme gemacht. Anschließend habe ich beide Bilder in Photoshop überlagert und das Bild in 4 Streifen geteilt, bei denen jeweils das Bild von dem einen oder das Bild von dem anderen Objektiv zu sehen ist. An den Rändern der Streifen kann man die beiden Bilder dann gut vergleichen.

Objektivvergleich Weitwinkelzoom

Ich denke, dass man in diese Darstellung nicht viel Unterschiede feststellen kann. Aber sobald man etwas hineinzoomt, treten doch ein paar Unterschiede zu Tage. So zeigt folgendes Bild den Ausschnitt 2 in der Mitte des Bildes in 100% Darstellung:

auszug2_100

Schon bei dieser Darstellung erkennt man eine bessere Auflösung des Sigma-Objektivs. Noch gravierender werden die Unterschiede, je weiter man die Randbereiche des Bildes vergleicht und noch weiter hineinzoomt. Folgend zeige ich eine 300%-Darstellung des Ausschnitt 1.

auszug1_300

Während das Pentax-Objektiv bei dieser Vergrößerung dort eigentlich nur noch Match zeigt, ist bei dem Bild mit dem Sigma-Objektiv noch Struktur zu erkennen. Qualitativ habe ich damit also auch deutlich dazugewonnen. Bloß gut, möchte man meinen. Damit schicke ich nun voll überzeugt das Kit-Objektiv von Pentax in Rente und spare auf das nächste hochwertige Stück Glas.

Wenn man(n) schon mal beim Shoppen ist…

Manfrotto

… dann gibt es auch gleich noch ein neues Stativ dazu,denn mein bisheriges Stativ lässt sich nicht mehr so richtig fixieren. Außerdem störte mich die mangelnde Stabilität. Beim Neukauf habe ich mich für ein 3-Bein-Stativ von Manfrotto mit 3-Wege-Neiger-Stativkopf. Laut Verkäufer ist es eine Anschaffung fürs Leben. Na da bin ich ja mal gespannt. Auf jeden Fall ist es deutlich stabiler und macht einen wertigeren Eindruck. Einen kurzen Test konnte ich auch bereits machen. Möchte aber gar nicht viel dazu sagen. Das Stativ macht, was es soll, ist stabil und der Kopf lässt sich präzise einstellen und fixieren. Kein Wackeln oder Ruckeln. Perfekt also. Naja fast. Nachteilig sind die Packmaße und das Gewicht. Beides ist deutlich höher als bei meinem alten Stativ. Aber irgendwo muss man ja Abstriche machen und als Reisestativ war es eh nicht gedacht.

Und da aller guten Dinge drei sind, gab es in meinem “Kaufrausch” noch ein Polarisationsfilter. Eigentlich darf ich das auch nicht erzählen, denn so ein Filter gehört eigentlich in jede Fotoausrüstung. Aber besser spät, als nie. Auch dazu möchte ich nicht viel erzählen, werde hier aber bestimmt in einem eigenen Beitrag mal über den Einsatz des Filters berichten.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Veröffentlicht unter Fotografie, Technik | Hinterlasse einen Kommentar

Zeit für Bilder: Open Spaces

Der Monat neigt sich dem Ende und es fehlt noch das Bild in “Zeit für Bilder”. Diesen Monat zeige ich mal wieder ein Landschaftsbild und keine Architektur. Das Besondere an dem Bild ist die Schwarz-Weiß-Umsetzung. Das ist für ein Landschaftsbild sicherlich ungewöhnlich, aber ich glaube es passt und ich mag schwarz-weiß einfach.

Open Spaces

Das Bild zeigt den Tagebau Cottbus-Nord von einem Aussichtsturm. Im April 2010 habe ich das Foto gemacht und hier im Blog auch darüber berichtet. Neben der Schwarz-Weiß-Umsetzung und der deutlichen Kontrastanhebung habe ich vor allem die Wolken streifenförmig weichgezeichnet. Das gesamte Bild ist dunkler als das Original, lediglich der Vordergrund und der Qualm der Schornsteine wurden aufgehellt. Damit ergibt sich aus meiner Sicht ein sehr schöner und starker Kontrast zum Himmel. Es unterstreicht auch die weite Landschaft und die Schornsteine sind der Bezugspunkt schlechthin für das Auge.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Veröffentlicht unter Zeit für Bilder | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Alles hat ein Ende

Hört sich dramatisch an. Ist es nicht.

Aber vor Kurzem gab es ein Ereignis, das für mich sehr bedeutend ist. Vor wenigen Wochen habe ich meine Laufbahn als aktiver Fußballer beendet und die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Ich habe 21 Jahre, mit 1 Jahr Unterbrechung, aktiv im Verein gespielt. Das heißt jahrelang 2x wöchentlich zum Training, jedes Wochenende zum Punktspiel, jahrelang viel zu viel Geld in neue fußballspezifische Sachen investieren und ständig irgendwelche Verletzungen und Wehwehchen. Das heißt aber auch, dass man über Jahre immer wieder neue Leute kennen lernt, die teilweise zu richtig guten Freunden geworden sind, viele schöne Stunden beim obligatorischen Bier nach dem Sport und natürlich überwiegend viel Freude und Leidenschaft beim Ausüben.

schuhe

Ich habe mit Ausnahme von einem Jahr in der Landesliga die ganzen Jahre immer in unterklassigen Ligen gespielt. Zu mehr hat es nie gereicht und zu mehr hatte ich auch nie die Motivation. Ich war über all die Jahre immer vereinstreu. Ignoriert man die wenigen Wochen bei Energie Cottbus, wo ich meine Fussballkarriere begonnen habe, gab es genau zwei Vereine in meiner Laufbahn. 13 Jahre spielte ich von meiner Jugend an beim BSV Cottbus-Ost. Mit  Beginn meines Berufsleben und dem notwendigen Standortwechsel war auch ein Wechsel des Vereins zwangsläufig. So begann ich vor 7 Jahren in Stuttgart beim SC Stammheim das Fußballspielen.

Warum habe ich nun aufgehört? Eigentlich kann man mit 31 jahren ja doch noch das ein oder andere Jährchen spielen. Nun die liebe Gesundheit. Letztes Jahr hatte ich bereits eine Knie-OP aufgrund eines Meniskusrisses. Dieses Jahr war die zweite Operation am gleichen Knie fällig. Diesmal auch mit der klaren Empfehlung von gleich zwei Ärzten solche Sportarten, wie z.B. Fußball, sein zu lassen. Die möglichen Konsequenzen bei Nichtbeachtung führten bei mir dann dazu, dass die Vernunft siegte. Und so habe ich meine fußballerische Karriere quasi perfekt mit einem Aufstieg beendet. Man soll ja schließlich auch aufhören, wenn es am Schönsten ist.

schals

Aber ich verliere nicht nur eine große Leidenschaft, sondern gewinne auch etwas. In erster Linie ist das Zeit, die ich nun auf die anderen Hobbies, wie die Fotografie und das Laufen, aufteilen kann.

Abschließend bleibt mir nur einen großen Dank auszusprechen. Dank an die beiden Vereine in Cottbus und Stuttgart, die mir über Jahre ein zweites zu Hause gegeben haben. Der größte Dank geht aber an alle Mitspieler, Trainer und Funktionäre, die mich all die Jahre begleitet haben. Es war mir eine große Ehre.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig

Gruß chuqa

Veröffentlicht unter Diverses | Hinterlasse einen Kommentar

Architektur 2014: Vier-Burgen-Steg

Für diesen Monat habe ich als Motiv für mein Architekturthema eine Rad- und Gehwegbrücke gewählt, die sich auf meiner Haus- und Hof-Laufstrecke befindet. Die Brücke ist als Seilbogenbrücke über den Neckar konstruiert. Mittig verläuft ein Bogen aus Stahl. Rechts und links davon sind Seile zu den Fahrbahnträgern gespannt.

Das Bild ist an dem einem Ende der Brücke entstanden. Ich stand mit der Kamera am Fuß des Stahlbogens und habe sie zentral auf den Bogen ausgerichtet. Das zentrale und dominante Elemente ist damit der vordere Teil des Bogens. Rechts und links sind die ersten beiden Stahlseile zu sehen.

An einem super sonnigen Tag um die Mittagszeit habe ich das Motiv aufgenommen. Ich wollte die Wolken mithilfe einer langen Belichtungszeit zu nebensächlichen Streifen formen. Allerdings war auch der Wind an diesem Tag recht schwach, so dass auch durch das viel zu helle Umgebungslicht einige Versuche notwendig war, bis das Motiv wie gewünscht im Kasten war.

In der Nachbearbeitung habe ich bei den Wolken etwas Neues ausprobiert. In einem Tutorial habe ich eine Anleitung gefunden, die Wolken strahlenförmig in Szene zu setzen. Sicherlich war mein Bild nicht ideal, da ich ja bereits ziehende Wolken hatte. Besser wäre eine kurze Belichtungszeit gewesen. Trotzdem glaube ich, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Ich bin jedenfalls zufrieden.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Veröffentlicht unter Architektur, Bildbearbeitung, Fotografie, Photoshop | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Egon ist zickig

In den letzten 2 Wochen habe ich weiter an Egon gearbeitet. Ziel war eigentlich nur, das Modell in eine virtuelle Welt einzubetten. Das klappte soweit auch ganz gut und war nach wenigen Stunden abgeschlossen. Aber beim Erstellen des fertigen Bildes, um es hier auf dem Blog zu zeigen, gab es ein paar Fehler im Ergebnis. Ursache ist gar nicht die Welt, die dazu gekommen ist, sondern Probleme mit dem ursprünglichen Modell. Aus welchen Gründen auch immer sind diese Fehler aber bisher nicht zum Tragen gekommen. Sie äußerten sich in lange graue Zacken, die an den Hosenlaschen für den Gürtel ansetzen und vom Modell wegführten. Auch am Ohr traten solche Zacken auf.

Forscht man etwas im Internet nach, handelt es sich dabei durchaus um ein bekanntes Problem. Auslöser sind im Modell überlappende Flächen im Zusammenspiel mit einem sogenannten Modifier, der das Modell feiner unterteilt und damit runder und geschmeidiger macht. Nachdem die bekannten Lösungen bei meinem Modell nicht funktioniert haben, habe ich verschiedene Sachen ausprobiert. Das hat mich ordentlich Zeit gekostet, da immer wieder das Ergebnis des Render-Prozesses, also der Ausgabe, überprüft werden musste.

Schlussendlich habe ich eine Lösung gefunden. Löschen des Verursachers und einen neuen, gleichen Modifier war schließlich erfolgreich und ließ die hässlichen Zacken verschwinden. Damit kann ich euch nun endlich Egon in einer kleinen aber feinen virtuellen Welt mit Rasen und einen Felsen im Hintergrund zeigen. Offen ist nun eigentlich nur noch die Bewegung des Charakters. Das steht als nächstes auf dem Plan.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Veröffentlicht unter 3D | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Posing Egon

Eines gleich vorweg. Mein Versprechen, Egon zu animieren, kann ich leider nicht halten. Eine Animation bedeutet, dass es ein bewegtes Bild gibt. Soweit bin ich noch nicht. Aber Egon hat mittlerweile ein Modell bekommen, mit dem sich Egon bewegen lässt. Ich habe sogar die Möglichkeit, Egon verschiedene Gesichtsausdrücke zu verpassen. Es ist also Mimik und Gestik möglich. Den Beweis zeigt folgendes Bild.

Egon v6

Wirklich erstaunlich ist es, wie schnell man doch zu einer Möglichkeit kommt, den Charakter recht realistisch zu bewegen. Ein paar Abschlussarbeiten muss ich aber an dem Bewegungsmodell noch durchführen. Danach soll Egon noch in eine Landschaft eingebettet werden, bevor er abschließend dann endlich animiert wird.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig,

Gruß chuqa

Veröffentlicht unter 3D | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Zeit für Bilder: Der Palast

Von meinem mehrtägigen Paris-Besuch im Frühjahr diesen Jahres gibt es noch das ein oder andere Bild, das es wert ist zu zeigen. Und so kommt auch diesen Monat in der Kategorie “Zeit für Bilder” das Motiv aus der Hauptstadt Frankreichs. Es handelt sich dabei um den Louvre, der früher ein Königspalast war und heute hauptsächlich als Museum mit dem Bild der “Mona Lisa” bekannt ist.

Die Nachbearbeitung begann bei diesen Bild mit der Erstellung eines Panoramas aus sechs Einzelbilder. Anschließend habe ich die Flügel des Gebäudes perspektivisch korrigiert. Danach wurde die Schwarz-Weiß-Bearbeitung umgesetzt. Dabei habe ich die Schatten etwas aufgehellt, die Lichter etwas abgedunkelt, einen Rotfilter zur Abdunkelung des Himmels drüber gelegt und schließlich die Strukturen des Motivs ein wenig verstärkt. Das Bild wurde so beschnitten, dass nur 3 der 5 Gebäudeteile zu sehen sind. Bevor abschließend noch ein paar wenige Flecken retuschiert wurden habe ich den Kontrast in den Wolken noch erhöht. Dazu gleich noch mehr.

Die Symmetrie des Bildes wäre sicherlich noch besser gewesen, wenn ich bei der Aufnahme genau in der Mitte des Hofes gestanden hätte. Die Schwarz-Weiß-Umsetzung war so ursprünglich auch nicht geplant, denn mir gefielen die Farben des Ursprungspanoramas recht gut. Aber ich wollte schauen, wie es schwarz-weiß wirkt. Und, meiner Meinung nach, wirkt es deutlich besser. Zum Einen gefällt mir der große Kontrast zwischen dem linken, von der Sonne angestrahlten, Flügel und dem rechten Flügel, der im Schatten liegt. Zum Anderen mag ich die räumliche Tiefe, die vor allem in der Schwarz-Weiß-Version deutlich wird. Um den Effekt noch mehr zu erhöhen, habe ich den Kontrast in den Wolken verstärkt. Vor allem in hoher Auflösung wird die Tiefenwirkung sehr deutlich.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Veröffentlicht unter Bildbearbeitung, Fotografie, Photoshop, Zeit für Bilder | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar