Luxor

Nun also der zweite Beitrag zu meinem Ägypten-Urlaub. Teil 1 findet ihr hier. In diesem Post möchte ich ausschließlich von der Tour nach Luxor erzählen. Wenn man schon mal in dem kulturell höchst wertvollem Land Ägypten ist, muss man sich natürlich auch mal solche Sehenswürdigkeiten zu Gemüte führen. Luxor ist eine Hochburg für altägyptische Kunst. Bekannt ist es vor allem für die Tempelanlagen und das Tal der Könige.

 

Die Tour

Unsere Tour startete in aller Herrgottsfrühe um 05:30 Uhr. Es wurden von verschiedenen Hotels die Teilnehmer abgeholt. Insgesamt waren es so ca. 20 Leute. Dann ging es kurz am Meer gen Süden bis zur Hafenstadt Safaga. Von da aus ging es dann durch die Wüste bis zum Niltal. In der Wüste wurde an einer Raststätte ein kleiner Zwischenstopp gemacht. Dort gab es dann auch schon mal ein kleinen Vorgeschmack auf die Händler. Obwohl sie dort noch nicht so aufdringlich waren, aber das wusste man dann erst auf der Rücktour. Sowieso war das alles schon total fremd. Da kommt der Bus auf der Raststätte zum Stehen und es kommen sofort verschleierte Frauen mit Esel, Ziegen (die meist auf dem Esel standen) und teilweise Kindern und stellten sich vor dem Bus. Sie machten rein gar nichts, standen einfach nur da. Keine Ahnung, was die wollten, vermutlich Geld. Sie bettelten aber nicht. Außerdem kamen wie gesagt gleich die Händler an und versuchten einem Tücher, Hüte und was weiß ich nicht noch alles zu verkaufen.

Nachdem wir das Niltal erreicht hatten, ging es dann noch ca. 60km den Nil entlang über die Dörfer nach Luxor. Es gab dort wirklich viele kleine Ortschaften in kurzen Abständen. Auf dem linken Bild seht ihr so eine typische Behausung der Einwohner. Sie bestehen meist aus Lehmziegel mit Dächern aus Schilf und Stroh. Auf dem Bild ist ein einstöckiges Haus zu sehen. Oft sind diese Häuser aber auch 2-stöckig. Mehr Etagen sind aufgrund der statischen Mängel der Baumaterialien nicht möglich. Festeres Baumaterial, wie z.B. Beton, können sich nur besser verdienende Leute leisten und wohnen dann oft in den Städten. Sind die Häuser auf den Dörfern 2-stöckig, wird in der unteren Etage meist das Vieh für die Landarbeit gehalten, während in der Etage darüber dann als Wohn- und Schlafraum genutzt werden.

Nachdem Luxor erreicht wurde, ging es dann los mit dem Besuch der verschiedenen Sehenswürdigkeiten bzw. „Abarbeiten“ des Tagesplans. Insgesamt standen nämlich 4 Sehenwürdigkeiten und 2 „Verkaufsveranstaltungen“ auf dem Plan.

 

Memnon-Kolosse

Die erste Sehenswürdigkeit waren die Memnon-Kolosse. Diese beiden Koloss-Statuen stellten den Eingang eines Tempels dar. Von diesem Tempel ist allerdings fast nichts mehr erhalten und auch die Statuen selber sind stark beschädigt, wie auf dem Bild rechts zu erkennen ist.

Diese erste Sehenswürdigkeit war auch der Zeitpunkt, wo man zum ersten Mal auf so richtige Hardcore-Händler getroffen ist. Für mich war das eine völlig neue Erfahrung, fast schon eine Grenzerfahrung. Die Leute bedrängen ein, stehen im Weg rum, reden auf Einem ein und versuchen mit aller Macht ihre Ware zu verkaufen, während man selber eigentlich nur die wirklich beeindruckenden Bauten oder Skulpturen betrachten möchte. Das war natürlich völlig neu. Es ist hier in Deutschland ja so, dass wenn ich etwas kaufen will, ich in das entsprechenden Geschäft oder auch Markt gehe und mir die Sachen dann da besorge. In Ägypten bei den Sehenswürdigkeiten oder Geschäften ist es eher so, dass ein Interesse und eine Notwendigkeit für das Produkt Einem förmlich in den Kopf geprügelt werden. Ich bin später dann dabei auch schwach geworden, aber dazu später mehr.

 

Tal der Könige

Nachdem wir die Memnon-Kolosse und die Händler hinter uns gelassen hatten, ging es zum Tal der Könige. Das Tal der Könige ist eine Grabstätte von Pharaonen. Es ist ziemlich enges Tal, in dem dann überall in den Berg die verschiedenen Gräber geschlagen wurden. Man durfte da auch nicht fotografieren, weswegen es auch keine Bilder von den Gräbern gibt. In dem Tal wurden mir dann auch die Temperaturen so richtig bewusst. Es waren an diesem Tag 43 Grad in Luxor. Dazu kommt, dass in dem Tal so gut wie gar kein Wind weht und die Luft total steht. Da läuft einem der Schweiß den Rücken herunter, ohne dass man etwas macht. Das ist körperlich echt anstrengend.

In dem Tal durften wir 3 Gräber besuchen. Ich glaube es waren alles Gräber von unterschiedlichen Ramses-Pharaonen. Ohne Zusatzticket durfte man das Grab von Ramses VI und das wohl bekannteste Grab von Tutanchamun, das als einziges Grab bisher fast ungeplündert gefunden wurde, nicht besuchen. Die Grabbeigaben von Tutanchamun befinden sich mittlerweile im ägyptischen Museum in Kairo. Die Gräber selber ähnelten sich größtenteils. Vom Grabeingang im Fels führte ein mehr oder weniger steiler, doch sehr großzügiger Gang abwärts. Dann gab es meist eine Vorkammer, bevor man in die eigentliche Sargkammer gelang. Sowohl der Gang, als auch die verschiedenen Kammern hatten meist noch Nebenkammern bzw. kleinere Nischen. Überall an den Wänden von unten bis oben, sowie an den Decken war alles mit Wandmalerei bedeckt. In der Grabkammer befand sich dann der Sakrophag, in dem der mumifizierte Leichnam des Pharaos beigesetzt wurde. Mumien gibt es im Tal der Könige keine mehr. Diese befinden sich ebenfalls im ägyptischen Museum.

 

Alabaster-Werkstatt

Nach dem Besuch des Tal der Könige ging es zur ersten Verkaufsveranstaltung. Es wurde eine der zahlreichen Alabaster-Werkstatt in Luxor besucht. Dort wird aus dem wasserunlöslichen Mineral Alabaster verschiedene typisch ägyptische Skulpturen und Gefäße gefertigt. Nach dem dort kurz etwas über die Herstellung und Arbeit berichtet wurde, ging es in den üppig ausgestatteten Verkaufsraum. Wirklich schöne und durch Handarbeit immer einzigartige Figuren konnten da dann käuflich erworben werden. Es gab keine Preise, alles reine Verhandlungssache. Und genau das war das Problem. Als unwissender und unerfahrener aber interessierter Tourist ist man da das pure Opfer. So auch ich. Als Erinnerung ist so eine Figur schon schick. Bei mir sollte es eine schwarze Anubis-Skulptur sein. Eigentlich nur diese Eine. Aber der Händler bestand auf eine zweite Figur, bevor er einen ersten Preis nannte. Nun ich bin mit meinem Startgebot vermutlich schon zu hoch ran gegangen. Denn nachdem schon etwas hin- und hergehandelt wurde und ich schon vom Kauf der zweiten Figur (eine Katze) absehen wollte, lenkte der Händler auf einmal mit einem Preis ein, der nur etwas höher als mein Startgebot lag. Gut es waren knapp 50% des ursprünglichen Preises, aber trotzdem immer noch recht viel Geld. Solche Fehler macht man natürlich kein zweites Mal. Aber da es nicht wirklich einen greifbaren Wert für solche Arbeiten gibt, gibt es keinen Grund sich zu ärgern, weil vielleicht zuviel bezahlt wurde.

 

Tempel von Hatschepsut

Der Tempel von Hatschepsut gehört sicherlich zu den bekanntesten Gebäuden in Luxor. Es ist eine Tempelanlage, die von der Pharaonin Hatschepsut errichtet wurde. Die Außenansicht (siehe oben) war für mich schon das Highlight dieser Sehenswürdigkeit. Auf der mittleren Ebene gab es links und rechts jeweils eine Kammer mit der typischen Wandmalerei. Auf der obersten Ebene konnte man in der Mitte noch durch die Front in einen Raum gehen, wo es einige Skulpturen zu bewundern gab. Ansonsten gab es meiner Meinung nach recht wenig zu sehen. Außerdem haben wir den Tempel kurz nach der Mittagszeit besucht, so dass man eh mehr mit der Hitze zu kämpfen hatte.

Pause

Im Anschluss an den Hatschepsut-Tempel ging es zum Essen in eine Restaurant in Luxor. Dazu fuhren wir mit einem Motorboot über den Nil. Danach ging es mit einer Pferdekutsche zum Restaurant. Die Fahrt an sich war bezahlt, aber man sollte dem Kutscher doch etwas Trinkgeld geben. Das war allerdings die nächste eher unschöne Begegnung mit der ägyptischen Mentalität. Das Trinkgeld war natürlich zu wenig. Vielmehr hatte die Kutscher sehr genaue Vorstellungen, wie viel sie denn bekommen sollten. Bekamen sie das Geld nicht, wurden sie richtig sauer. Das war schon eine komische und skurrile Situation.

 

Karnak-Tempel

Frisch gestärkt vom Mittagessen ging es dann zur letzten Sehenswürdigkeit und dem für mich absoluten Highlight der Tour. Der Tempel von Karnak ist eine riesige Anlage, die von verschiedenen Pharaonen ständig erweitert wurde. Der Eingang des Tempels stellen zwei Pylonen (siehe links) da. Von diesen Pylonen gab es in der Anlage noch viele mehr. In dem ersten Hof gab es einige gut erhaltene Säulen und viele Sphinx-Statuen. Absolut bombastisch war aber der Säulensaal im zweiten Hof. Dieser Saal besteht aus 134 Säulen. Die Säulen links und rechts vom Gang waren mit ca. 23m knapp 10m höher als die restlichen Säulen. Durch diesen Höhenunterschied und der Konstruktion des Daches, fiel das Licht nur auf dem Mittelgang. 

Leider reichte die Zeit nicht aus, um die Tempelanlage wirklich vollständig zu erkunden. Neben zahlreichen Statuen, 2 Obelisken gab es sogar einen künstlich angelegten See, in dem sich die Priester wuschen. Sämtliche Bauten waren übersät von Reliefarbeiten. Diese Reliefs gab es in 2 Formen. Bei der schnelleren und einfacheren Form sind die Symbole in das Gestein gearbeitet. Bei aufwendigeren Variante, wird das Gestein um das Symbol entfernt, so dass die Symbole nicht vertieft sondern erhöht sind.

  

Papyrus-Fabrik

Den Abschluss des Ausflugs bildete ein Besuch einer Papyrus-Fabrik. Das war in erster Linie ein Ausstellungsraum, in dem verschiedene Blätter ausgestellt waren und erworben werden konnten. Zuerst wurde gezeigt, wie aus den Stängel der Papyruspflanze ein beschreibbares Blatt hergestellt wird. Anschließend konnte man durch die Ausstellung laufen und die unterschiedlich großen und mit unterschiedlichen Motive versehende Blätter betrachten und kaufen. Das Gute an der Papyrusfabrik war, dass ein Handeln dort nicht Frage kam. Zu jedem Bild gab es einen Preis. Ab einen bestimmten Wert gab es einen Rabatt. Es es stand von Beginn an fest, was wie viel kostet.

 

Rückfahrt

Nach dem Besuch der Papyrus-Fabrik wurde die Rückfahrt gegen 18:30 Uhr angetreten. Nach dem obligatorischen Zwischenstopp an der Raststätte, wo wieder die Händler auf einem einredete, was aber inzwischen ignoriert wurde, erreichten wir das Hotel um 22:30.

Ein harter und anstrengender Tag. Mit etwas Abstand aber, betrachtet man die Anstrengung und die echt nervenden Händler als weniger schlimm und die positiven Erlebnisse und interessanten Erfahrungen überwiegen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

 

Abschluss

Ich habe jetzt 2 recht lange Beiträge zu meinem Urlaub geschrieben. Dabei ging es weniger um die Fotografie an sich. Vielmehr diente sie der Dokumentation meiner Erlebnisse im Urlaub diesen Jahres. In Zukunft wird dann die Fotografie und Bildbearbeitung wieder mehr im Fokus stehen und die Beiträge werden dann auch wieder kürzer. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass man kürzere Beiträge doch eher liest. Nichtsdestotrotz gibt es zahlreiche Bilder aus dem Urlaub, wobei das Ein oder Andere sicher mal als Vor- bzw. Grundlage herhalten muss. Dabei wird es dann aber weniger um Ägypten und irgendeiner Sehenswürdigkeit gehen.

In diesem Sinne, bis bald.

Gruß chuqa

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