Mein erstes Fotobuch – Teil I

Die Alpenüberquerung mit dem Fahrrad dieses Jahr war ein riesiges Erlebnis. In insgesamt 7 einzelnen Blogbeiträgen habe ich meinem Blog darüber berichtet und einige Fotos gezeigt. Viele Fotos waren allerdings noch unveröffentlicht und auch die gezeigten Fotos fristen ja doch ein recht tristes Dasein in kleinem Format im Web. Also was tun? Etwas Analoges muss her. Ein Fotobuch muss es sein. Das schaut man sich doch eher nochmal an als die Blogbeiträge und es ist ja wirklich ein hübsches Erinnerungsstück. Sehr gelegen kam mir da die Anfrage von CEWE ihr Fotobuch (http://www.cewe.de/cewe-fotobuch.html) zu testen und darüber zu berichten. Als Gegenleistung bekam ich einen Gutschein über 20EUR für ein Fotobuch meiner Wahl.

Es wird zwei Beiträge dazu geben. In diesem ersten Post werde ich ein wenig über die Erstellung des Buches berichten. Im zweiten Beitrag wird es dann um das fertige Produkt gehen. Ich habe noch nie ein Fotobuch erstellt, kann daher auch keine Vergleiche zu anderen Anbietern oder Produkten machen. Allerdings habe ich tagtäglich mit Software zu tun. Ich entwickle und teste selber Software und komme bei meiner täglichen Arbeit mit verschiedenen Anwendungen in Kontakt. Ich denke, dass ich daher ein ganz gutes Gefühl für Software und deren Bedienung habe.

Bei der CEWE-Software für Fotobücher beginnt alles mit dem Download der Bestellsoftware. Diese liegt in unzähligen Varianten auf der Webseite zum Download bereit. Unterschieden wird nach Händlern, die das fertige Produkt liefern oder bei denen man es sich abholen kann, also z.B. Versand über Amazon, Abholung im Saturn, etc.. Ich finde diese Seite etwas zu unübersichtlich. Warum gibt es nicht eine Software zum Gestalten des Buchs, in der man am Ende den entsprechenden Händler wählen kann? Ich hatte als erstes die Software zur Abholung bei Kaufland heruntergeladen, entschied mich aber kurz danach für den Versand über OnlineFotoservice. Warum ich nicht z.B. Amazon als Versandhändler gewählt habe, weiß ich jetzt im Nachhinein auch nicht. Es wäre vermutlich besser gewesen. Aber dazu später mehr. Jetzt hatte ich also unnötigerweise 2x die CEWE-Fotobuch-Software auf dem Rechner. Ich habe übrigens beim Erstellen dieses Beitrags noch ein drittes Exemplar zum Test der Software heruntergeladen. Ich kann nämlich mit jeder dieser Versionen mein erstelltes Fotobuch öffnen und bearbeitet. Lediglich bei einer Version wurde mir die Gestaltung des Einbands falsch dargestellt. Ansonsten scheinen sich die einzelnen Anwendungen, bis auf die Bestellung bei dem entsprechendem Händler und die farbliche Gestaltung, intern zu gleichen. Stellt sich mir um so mehr die Frage, warum es dann verschiedene Programme dafür gibt.

Gestaltung des Buches

Am Anfang der Erstellung des Fotobuchs entscheidet man sich für das Format des Buchs. Ich entschied mich für ein quadratisches Format von 21 x 21cm mit Hardcover. Anschließend gibt es die Möglichkeit sich einen Vorschlag erstellen zu lassen oder ein leeres Fotobuch zu öffnen. Ich habe mich für das leere Fotobuch entschieden und kann daher keine Aussage über die Qualität des automatischen Vorschlags treffen. Das Format kann man auch später noch ändern, macht aber aus meiner Sicht kaum Sinn, wenn die Gestaltung schon recht fortgeschritten ist. Allerdings, und das macht dann durchaus Sinn, kann man bis zur Bestellung auch den Einband, die Seitenzahl und je nach Einband auch den Papiertyp jederzeit anpassen. Der Preis wird dann sofort aktualisiert und ist auch während der Gestaltung immer klar erkennbar. Das finde ich sehr gut.

In dem Fotobuch wollte ich nicht nur die Fotos der Tour zeigen, sondern auch die Texte aus den Blogbeiträgen niederschreiben. Die Software bietet auf den ersten Blick alles, was zum Gestalten von Text notwendig ist. Einfache Textstilisierung mittels Größe, fettgedruckt, kursiv und Farbe sind ebenso möglich, wie unterschiedliche Ausrichtung und Schriftarten. Aber mir fehlte dann doch das ein oder andere. Es gibt z.B. keine Stilvorlagen für Überschriften oder gar die Möglichkeit, sich eigene Stilvorlagen für Text anzulegen. So musste ich entsprechend die Texte für Überschriften und Textkörper jedes mal neu anpassen. Auch Listen hätte ich bei der Gestaltung meiner Texte gebraucht. Leider gibt es dafür auch keinen Formatierung. Ebenso wenig kann man die Zeilenhöhe noch die Laufweite der Buchstaben verändern. Aber es handelt sich schließlich um ein Programm zur Gestaltung von Fotobüchern und nicht um ein Textsatzprogramm. Mit diesem Kontext sind die Optionen zur Formatierung von Text dann doch ausreichend.

Umfangreicher sind da schon die Möglichkeiten das Layout zu bearbeiten. Es gibt zahlreiche vordefinierte Seitenlayouts, die nach Anzahl der Fotos auf einer Seite gegliedert sind. Da wird eigentlich alles angeboten, was bei einer Gestaltung von so einem Buch benötigt wird. Per Klick wird das Layout ausgewählt und mit einem weiteren Klick auf die linke, rechte oder beiden Seiten übernommen. Aber selbst wenn es für das gewünschte Layout keine Vorlage gibt, erstellt man sich die entsprechende Seite einfach selbst. Das funktioniert alles sehr intuitiv.

Auch die Zuordnung der Fotos funktioniert problemlos. Es werden einfach aus dem vorgewählten Bilderordner die Bilder in die entsprechenden Platzhalter gezogen. In dem Bilderordner werden auch gleich die Bilder markiert, die bereits verwendet wurden. Damit hat man einen super Überblick. Fügt man ein Bild mit zu geringer Auflösung auf einer Seite ein, wird eine Warnung angezeigt. Das ist wirklich sehr hilfreich und bewahrt den Anwender vor einem sehr ärgerlichen Fehler und einer Enttäuschung beim endgültigen Fotobuch.

Zwei Sachen sind mir bei der Bearbeitung doch aufgefallen. Zum Einen wird der Bilderordner in der Software nicht automatisch aktualisiert, wenn physikalisch über das Dateisystem in dem Ordner neue Bilder abgelegt werden. Es muss dann erst ein anderer Ordner und anschließend wieder der Bilderordner ausgewählt werden. Danach ist die Liste mit den Bildern aktualisiert. Zum Anderen hat mir das Skalieren der Fotos etwas Probleme bereitet. Die Platzhalter für die Bilder auf den Buchseiten haben ein bestimmtes Format. Wenn nun Bilder in den Platzhalter abgelegt werden und die nicht dessen Format haben, wird das Bild oben/unten bzw. rechts/links abgeschnitten. Es wird so skaliert, dass es, entweder von der Breite oder von der Höhe her, in den Rahmen passt. Man kann nun das Bild in dem Rahmen hin und her verschieben, bis der gewünschte Ausschnitt erscheint. Soweit ist das sehr gut und funktioniert prima. Will man aber nichts von dem Bild abschneiden und stattdessen den Platzhalter vergrößern, so ist das schon schwieriger. Man zieht also oben/unten oder rechts/links an den Anfassern für den Platzhalter den Rahmen entsprechend größer. Trifft man aber nicht genau den Rand des Bildes, was sehr schwierig ist, so skaliert das Bild mit, sobald man über diesen Bildrand den Anfasser hinauszieht. Will man also den Beschnitt rechts/links durch Vergrößerung des Rahmens aufheben, so landet man schnell bei einem Beschnitt von oben/unten. Verkleinert man den Rahmen anschließend wieder, wird das Bild nicht mit verkleinert. Man kann zwar über das Kontextmenü eine Skalierung absolut oder in Prozent einstellen, eine Möglichkeit den Rahmen auf das Seitenverhältnis des Fotos zu bringen und das Foto automatisch in die entsprechende Skalierung zu bringen, habe ich aber nicht gefunden. Mit etwas Probieren bekommt man aber schließlich die Fotos doch in die richtige Skalierung.

Sehr einfach hingegen wird die Reihenfolge der Doppelseiten angepasst. Durch einfaches Drag & Drop in dem Seitenauswahlbereich am unteren Bildrand wird die Reihenfolge beliebig angepasst. Auch die zu Beginn gewählte Anzahl an Seiten kann in diesem Bereich per Klick erweitert und verringert werden.

Etwas Probleme hatte ich noch beim Anlegen von Seitenzahlen. Ich dachte eigentlich, dass eine solche Software so etwas bieten muss, fand aber auf Anhieb nichts Passendes. Eine kurze Recherche im Internet brachte leider auch keinen Erfolg, außer dass es wohl geht. So fing ich an, für jede Seite ein Textfeld mit der Seitenzahl anzulegen. Ich hatte immerhin 58 Seiten und so wurde das zu einer nervigen Arbeit. Als ich fertig war, fand ich schließlich die Option zum Generieren von Seitenzahl in einem Untermenü zum Layout. Das hätte ich also einfacher, schöner und deutlich flexibler haben können.

Ich habe im Großen und Ganzen 8 Stunden für die Gestaltung des Buchs gebraucht. Viel Zeit war sicherlich meiner Unkenntnis der Software geschuldet. Trotzdem macht man so etwas nicht „mal eben so“. Aber zum Einen ist der Aufwand erträglich und zum Anderen lohnt es sich ja auch. Das von mir zusammengestellte Exemplar mit 58 Seiten mattemFotopapier sollte etwas über 50EUR kosten. Mit Hilfe des Gutscheins hat es etwas über 30EUR gekostet. Das ist immer noch ein stolzer Betrag, war es mir in dem Fall aber auch wert. Anstelle des matten Fotopapiers hätte ich auch Digitaldruck wählen können. Damit wäre mein finales Produkt dann gut 12EUR billiger gewesen. Mit Änderung des Einbandes hätte sich der Preis weiter verringert.

Bestellung

Die Bestellung wird einfach in der Software erledigt. Hat man die Gestaltung abgeschlossen, legt man das Produkt in den Warenkorb und durchläuft danach einen normalen Bestellprozess mit Eingabe der Adressdaten bei Lieferung nach Hause und Auswahl der Bezahlmöglichkeit. Ich war mir zwar nicht sicher über welchen Versandservice das Produkt gesendet wird, habe aber trotzdem die Packstation als Lieferadresse angegeben. Die Versandinformation von OnlineService war lediglich eine E-Mail. Es gab keine Sendungsverfolgung und unglücklicherweise war in dem Zeitraum, wo die Sendung ankommen sollte, die Packstation defekt. So war ich doch etwas im Ungewissen und würde wohl das nächste mal eher einen anderen Händler wählen, in der Hoffnung mehr Informationen beim Versand zu erhalten. Aber schlussendlich erhielt ich ja doch das fertige Buch und werde dann im nächsten Beitrag darüber berichten.

Fazit

Im Allgemeinen ist die Software gut und einfach zu bedienen. Die Gestaltung der einzelnen Seiten mittels vorgefertigten Layouts ist intuitiv und klasse umgesetzt. Das Hinzufügen von Fotos, die Anordnung der Seiten, die Warnung bei mangelnder Qualität von Fotos, das alles ist super anwenderfreundlich. Aus meiner Sicht gibt es aber trotzdem ein paar Sachen zu verbessern, wie die Skalierung von Bildern bei Veränderung des Rahmens, das Aktualisieren des Bilderordners, wenn Bilder hinzukommen oder die Textbearbeitung. Nicht zuletzt könnte aus meiner Sicht auch die Onlinehilfe etwas ausführlicher sein und eine Volltextsuche vertragen.

Für den Test des CEWE-Fotobuchs habe ich einen Gutschein von CEWE erhalten. Der Beitrag spiegelt aber meine eigene Erfahrung und Meinung wieder. CEWE hat auf den Inhalt des Beitrags keinen Einfluss genommen.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

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