Die Neue

Der Wunsch einer neuen Kamera besteht bei einem Fotografen ja eigentlich fast immer. Schon einige Zeit bin ich mit einigen technischen Eigenschaften meiner doch recht alten Pentax K20D so sehr unzufrieden, dass in den letzten Monaten bei mir der Wunsch nach einem Upgrade sehr stark gereift ist. So habe ich etwas Geld zusammen gespart und den Markt etwas beobachtet. Die Photokina 2014 war schließlich der Zeitpunkt, an dem ich eine Entscheidung fällen wollte. Die Messe wollte ich nutzen, um mir eine Übersicht der aktuellen Modelle egal welches Herstellers zu verschaffen und mit den jeweiligen Kameras ein wenig spielen.

Kriterien

Nun nach welchen Kriterien wähle ich meine Zukünftige? Ich bin kein Profi. Ich verdiene mit der Fotografie kein Geld. Es ist „nur“ ein Hobby und ich habe auch nur ein begrenztes Budget. In der Betrachtung müssen also auch die Folgekosten (Objektive, Blitze, o.a. Zubehör) beachtet werden. Ich habe keine Prioritäten für Marken, außer das Pentax aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre dort vielleicht einen kleinen Vorsprung hat. Meine Kriterien für die Auswahl sind also recht bescheiden. In erster Linie lege ich großen Wert auf eine gute Haptik. Für mich bedeutet es, dass die Kamera gut in der Hand liegt und die Hand beim Halten nicht verkrampft. Auch die Erreichbarkeit der einzelnen Einstellungen muss einfach sein. Das zweite wesentliche Kriterium für mich war die Bedienung. Dafür habe ich jede Kamera in die Hand genommen, den Modus auf manuell gestellt und versucht die Werte für Blende, Belichtungszeit und Empfindlichkeit intuitiv zu verstellen. Außerdem habe ich mir die Menüs kurz angeschaut.

Kandidaten

In meiner Kandidatenliste war die Pentax K3, Sony Alpha 7, Canon 6D, Nikon D610, Olympus OMD E-M1 und Fuji X-T1. Auch die nagelneue Canon 7D Mark II hatte ich in der Hand. Preislich liegen alle Modelle auf dem gleichen Niveau bei ca. 1200-1400 EUR für den Body. Die Pentax liegt mit knapp 1000 EUR für den Body etwas darunter.

Entscheidungsfindung

Ich finde das Vollformat reizvoll. Warum kann ich nicht mal so genau erklären. Vielleicht ist es einfach nur das „Haben“ wollen. Mit Canon, Nikon und Sony habe ich drei Vollformat-Kameras in der näheren Auswahl. Zu der Sony habe ich Calvin Hollywood befragt. Er hatte auf seinem Blog vor Kurzem diese Kamera im Test. Auf meine Frage hin schwärmte Calvin geradezu von der Kamera und empfahl sie mir. Ich kam auch auf Anhieb ganz gut mit dieser Kamera klar. Nur die Haptik sagte mir nicht so zu. Sie war nicht wirklich schlecht, aber auch nicht so gut, wie andere Modelle. Die Canon und Nikon waren super. Sowohl die Bedienung wie auch die Haptik waren sehr gut. Dabei gefiel mir die Canon sogar noch etwas besser als die Nikon, obwohl, für mich etwas ungewöhnlich, das zweite Einstellrad fehlt. Mit der Pentax kam ich eh gut zurecht und auch bei der Olympus hat aus meiner Sicht alles gepasst. Die Fuji fiel bei diesem Test durch. Ich kam mit der Bedienung überhaupt nicht zurecht und so war die Kamera der erste Streichkandidat.

In dem Beitrag zum Photokina-Besuch hatte ich bereits angedeutet, dass der Vortrag von Martin Krolop wesentlich zu meiner Entscheidung beigetragen hat. Ja der Krolop stellt sich doch tatsächlich mitten auf der Photokina auf die Bühne und erzählt, dass die Technik egal ist. Nun gut, ganz so hat er es nicht ausgedrückt, aber aus seinem Vortrag zur Reise nach Paris ging deutlich hervor, dass die Technik nicht entscheidend ist, sondern viel mehr der Moment. Recht hat er. Natürlich hilft das beste Objektiv nicht, wenn es nicht zum Motiv passt, d.h. man zu nah dran oder zu weit weg ist.

Ja auch meine Gedanken zum Neukauf kreisten immer wieder in diese Richtung. Ich bin ja gar nicht mal unzufrieden mit meinen Fotos. Und selbst wenn, was soll eine neue Kamera daran ändern? Also was braucht man schon um ordentlich zu Fotografieren? Qualitativ gute Fotos macht jede aktuelle Kamera. Jede von meinen Kandidaten ist Klasse. Mit einem Kauf macht man sicher keinen Fehler.

Lange Rede, kurzer Sinn

Als Kriterium bleibt nach meiner Meinung nur noch der finanzielle Aspekt. Sowohl vom Body-Preis, wie auch das bereits vorhandene Equipment ließ dann nur die einzig möglich Entscheidung pro Pentax zu. Da es gerne auch etwas mehr sein darf und Pentax gerade eine Sonderedition für die K3 heraus gebracht hat, habe ich mir eine von 2000 Pentax K3 Prestige Edition geleistet, inklusive zweiten Akku und Batteriegriff. Mal ganz ehrlich: die sieht schon verdammt cool aus!

Und die Bedenken?

Im Vorfeld hatte ich ja Bedenken geäußert, dass die Dritt-Hersteller für Objektive, wie z.B. Tamron und Sigma, nicht mehr für Pentax produzieren. Der Tamron-Mitarbeiter bestätigte im Prinzip meine Beobachtungen. Die verkauften Stückzahlen rechnen sich für den Pentax-Mount einfach nicht, so dass diese Hersteller aktuell neue Objektive für Pentax nicht mehr herausbringen. Aber da bin ich dann wieder bei dem Punkt: Was braucht man eigentlich? Tamron und Sigma haben jede Menge Objektive noch in Ihrem Portfolio. Dazu konnte ich mich auf der Messe von der doch ganz ansehnlichen Auswahl Samyang-Objektive überzeugen, die hierzulande unter dem Namen Walimex verkauft werden. Die sind sogar preislich sehr interessant. Ebenfalls auf der Messe habe ich Zenit entdeckt, von denen ich bereits ein altes M42-Objektiv habe. Auch die scheinen ein paar Pentax-Objektive im Angebot zu haben.

An erster Stelle stehen aber natürlich noch die Pentax-Objektive. Da gibt es ja auch eine sehr breite Auswahl und Pentax bzw. Ricoh entwickelt dort auch immer wieder neue Linsen.

Zum Abschluss vielleicht noch eine kurze Geschichte aus der Kategorie: Wie es halt immer so läuft. Kurz nach dem ich die Pentax eingetütet und bezahlt hatte, fand ich in meinem Feedreader eine Meldung, dass Pentax aktuell eine Vollformatkamera entwickelt.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Dieser Beitrag wurde unter Fotografie, Technik abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen