Doppelbelichtung

Meine Experimentierphase bei der analogen Fotografie dauert an und so habe ich mich an einer Doppelbelichtung versucht. Dabei wird ein Film 2x belichtet. Als analoge Kameras noch keinen automatischen Filmtransport hatten, wurde der eingelegte Film immer mehrfach belichtet, wenn der manuelle Transport des Filmes vergessen wurde. Zu dieser Zeit war das sicher meist ein ungewollter Effekt. Als die Kameras mit einem automatischen Filmtransport ausgestattet wurden, war die Doppel- oder Mehrfachbelichtung so einfach nicht mehr möglich. Allerdings haben viele Kamerahersteller trotzdem die Möglichkeit gelassen, indem der Transport des Filmes ausgesetzt werden konnte.

Meine analoge Praktica hat an der Stelle, wo eigentlich der Filmtransport unterbrochen werden sollte, auch ein Knopf, der allerdings nicht den Transport unterbricht, sondern lediglich betätigt werden muss, um den Film zurückzuspulen. So musste ich die Doppelbelichtung durchführen, indem ich den Film einmal komplett belichte, anschließend zurückspule und dann erneut belichte. Dabei gibt es mehrere Stolpersteine zu beachten, die es bei einem Unterbrechen des Filmtransports nicht gibt. Zum Einen besitze ich keinen so genannten Filmrückholer, mit dem der Film wieder aus der Patronen geholt werden kann. Also musste ich darauf achten, den Film nicht zu weit zurückzuspulen. Das hat wunderbar funktioniert. Das zweite Problem ist die Position des Filmes in der Kamera. Der Film sollte für den zweiten Belichtungsvorgang genau an der gleichen Position sein, wie bei der ersten Belichtung. Richtig gut wird man es wohl nur schaffen, wenn die Kamera in einer Dunkelkammer offen zurückgespult wird, so dass man sehen kann, bis wohin der Film wieder in die Patrone eingezogen werden kann. Aber selbst dann wird es wohl kaum 100%ig sein. Wie auch immer. Ich habe daran jedenfalls erst gedacht, als ich den Film nach der Entwicklung zum Trocknen aufgehängt habe und die schwarzen Striche in den Bildern sah. Diese Striche sind eigentlich der Zwischenraum zum benachbarten Bild. Ich hatte noch Glück, denn diese Grenzen waren immer recht nah am Rand des Bildes meines gewählten Motivs, so dass ein einfacher Beschnitt des Bildes ausreichte. Aber es gibt auch Positives an dieser Art der Doppelbelichtung oder zu mindestens kann es auch positiv gewertet werden. Wenn man es sich nicht gerade merkt, welches Bild an welcher Filmposition gemacht wurde, dann ist die Kombination der beiden Bilder auf einem Motiv quasi zufällig und es kann ganz schöne Überraschungen und interessante Kombinationen geben.

Für meinen ersten Versuch der Doppelbelichtung habe ich die ISO-Empfindlichkeit für den Belichtungsmesser der Kamera auf die Hälfte der Nennempfindlichkeit des Filmes gestellt und den Film mit der Nennempfindlichkeit entwickelt. Da gibt es natürlich dann noch schöne Kombinationsmöglichkeiten mit denen sich die Motive sicherlich wunderbar beeinflussen lassen.

Die Motive, die sich durch die Doppelbelichtung ergeben sind teilweise wirklich interessant und es lässt sich damit wirklich wunderbar mystische Bilder zaubern.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

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