Ein wenig Strobist

Seit nun einigen Wochen besitze ich einen zweiten Aufsteckblitz, einen Funkfernauslöser und zwei Funkempfänger. Mit den Sachen ging es beim herrlichsten Sonnenschein in der Garten zum Fotografieren. Eigentlich war mehr als ausreichend Sonnenlicht vorhanden, so dass die Blitze überflüssig waren. Ich wollte trotzdem probieren, verschiedene Objekte so auszuleuchten, dass es aussah, als seien sie in der Nacht aufgenommen werden.

Ich musste also durch die Kameraeinstellungen dafür sorgen, dass das Bild entsprechend dunkel wird und nur das eigentlich Motiv mit dem Blitz ausgeleuchtet wird. Da ich bisher keinen Graufilter besitze, bleiben mir nur der ISO-Wert, Blende und Verschlusszeit zum Regeln der Helligkeit. Also habe ich den ISO-Wert auf den kleinsten möglichen Wert (bei mir 100) gestellt. Da es wie gesagt sehr hell war, reicht das alleine natürlich noch nicht aus. Die Verschlusszeit kann auch nicht unendlich kurz gesetzt werden, weil das Funkset eine maximale Synchronisationszeit laut Datenblatt von 1/250s hat. Bei mir lag diese Zeit meist noch unter 1/160s, so dass meistens Verschlusszeiten von 1/100s oder 1/125s raus kamen. Bleibt also nur noch die Blende um weiter zu „verdunkeln“. So wurde also die Blende teilweise sehr weit geschlossen. Das wiederum hatte in diesem Fall den Nachteil, dass die Schärfentiefe recht hoch wird. So ist relativ viel von der Umgebung recht scharf zu erkennen und das Motiv weniger schön freigestellt (siehe Bild oben).

Es gibt aber noch eine Möglichkeit, durch die die Blende dann auch etwas mehr geöffnet werden kann. Wenn nämlich der Hintergrund recht dunkel ist, lässt sich gut abdunkeln. Da ich mich im Garten befand, bietet sich als dunkler Hintergrund Erde oder Gehölz ganz gut an. Genau das war der Ausschlag, warum beim zweiten Bild die Blende auf f/9 aufgemacht werden konnte. So wird das eigentliche Motiv schön von dem Hintergrund freigestellt. Das Gegenteil dazu zeigt das obere Bild, wo die Blende f/18 dazu führt, dass der Hintergrund noch recht deutlich sichtbar ist. Es war da einfach zu hell.

Zum Abschluss fehlt noch kurz eine Erläuterung, wie ich entfesselt geblitzt habe. Beim ersten Bild wurden beide Blitze benutzt. Der Hauptblitz stand rechts vor dem Baumstamm. Der zweite Blitz wurde links mit deutlich weniger Leistung ausgelöst, so dass ein leichtes Streiflicht auf der dem Baumstamm deutlich mehr Konturen gibt. Beim zweiten Bild kam nur ein Blitz zum Einsatz. Dieser wurde links etwas vor der Blume positioniert. Durch „Trial and Error“ wurde dann die Blitzleistung gesucht, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war.

Gerade das zweite Bild find ich gut gelungen, vor allem wenn man an die gegebenen Lichtverhältnisse denkt.  Alles in allem macht das entfesselte Blitzen schon Spass, aber es brauch schon einige Erfahrung um schnell zu Ergebnissen zu kommen, ansonsten ist doch recht viel Ausprobieren notwendig. Zu mindestens bei mir. Aber warum auch eigentlich nicht…

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