Einstieg in das Mittelformat in 3 Akten: Der Opferfilm (2.Akt)

Nachdem ich im letzten und ersten Teil meine erste analoge Mittelformatkamera vorgestellt habe, soll es nun im zweiten Teil um die ersten praktischen Erfahrungen mit der Kamera, dem Filmformat und der Entwicklung gehen.

Die erste Erfahrung war das Einlegen des Films. Das war selbsterklärend und funktionierte zum Glück problemlos. Danach war die Kamera für die ersten Fotos einsatzbereit. Bisher war ich es gewohnt, das Motiv durch das Objektiv zu sehen und zu arrangieren. Demnach wurde auch der Fokus entsprechend gesetzt. Mit der Holga ist diese Arbeitsweise nicht möglich. Als Sucher dient ein kleines Loch. Man sieht die Szene nicht durch das Objektiv, d.h. man sieht auch nicht exakt, was beim Auslösen dann auf Film gebannt wird.

Für den ersten Film hatte ich die Adaptermaske für Negative im Format 6 x 6 cm eingesetzt. So war nach 12 Bildern der Film voll. Der Film muss nicht zurück gespult werden, sondern nur solange weiter gespult werden, bis er komplett auf der rechten Seite aufgerollt ist.

Nachdem nun der erste 120er Film belichtet war, ging es an die Entwicklung. Ich habe wirklich überlegt, ob ich dieses Kapitel nicht aussparen sollte, denn was jetzt kommt, ist mir schon ziemlich peinlich. Egal, es gehört ja doch irgendwie dazu und es wird mir nicht noch einmal passieren. Also in Vorfreude auf die Entwicklung und das Ergebnis, habe ich den Film, Spule und Entwicklertank in den Wechselsack geworfen und fing an, den Film in die Spule zu ziehen. Ein paar Fragezeichen kreisten noch in meinen Kopf. Schließlich gab es ja keine Patrone, die geöffnet werden musste. Trotzdem sollte der fertig belichtete Film ja lichtdicht sein und kann problemlos aus der Kamera genommen werden. Nun während diese Gedanken so herum schwirrten, spulte ich den Film in die Spule ein. Das ging auch erstaunlich gut bis zu einem gewissen Punkt, dann ging nichts mehr. OK, das kannte ich ja von dem Kleinbildfilm schon, dass sich der Film mal verhakt. Also Spule geöffnet, Film entfernt und wieder von vorne begonnen. Das gleiche Spiel mit gleichem Ergebnis. Außerdem konnte ich nach Entfernen des Films aus der Spule zwei Rollen ertasten, die miteinander verbunden waren. Das war komisch. Ich habe es trotzdem noch mehrmals probiert, bis ich dann irgendwann aufgegeben habe. Mittlerweile war die Neugierde auch so groß, unbedingt sehen zu wollen, was ich da angerichtet habe. Deswegen habe ich mich von der Entwicklung des Films verabschiedet und den Entwicklersack geöffnet. Der Opferfilm war geboren, da er ja nun für die Entwicklung völlig unbrauchbar war.

Und ach natürlich, wie logisch und einfach doch auf einmal alles war und wie dumm dagegen mein Handeln gewesen ist. Ja, ich habe die Papierrückseite, die u.a. als Lichtschutz für den Film dient, eingespult. Die Papierrückseite war am Ende mit dem Film verklebt, deshalb gab es auch 2 Rollen. Während das Papier ein gutes Stück schön sauber in der Spule war, hing der Film am Ende des Papiers zusammengerollt außerhalb der Spule. Nun, jetzt half es ja nichts mehr.

Verloren habe ich durch diese Aktion 5EUR für den Film und 12 potentielle Fotos, die mir viel Ruhm und Ehre eingebracht hätten können. Wahrscheinlich ist das nur nicht. Gewonnen habe ich ein Opferfilm, der mir auch noch später helfen sollte, praktische Erfahrung und ein Lächeln über meine Dusseligkeit.

So genug der Peinlichkeiten. Das soll es für diesen Teil gewesen sein. Im dritten und letzten Teil werde ich dann zeigen, dass ich die Entwicklung eines Mittelformatfilms auch erfolgreich abschließen kann.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

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4 Antworten auf Einstieg in das Mittelformat in 3 Akten: Der Opferfilm (2.Akt)

  1. Frank Lyttko sagt:

    Ich hätte sie so gern gesehen …

  2. Frank Lyttko sagt:

    Ich hätte sie so gern gesehen …

  3. chuqa sagt:

    Ich auch 😉

  4. chuqa sagt:

    Ich auch 😉

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