Graufilter

… und was die Kamera-Automatik damit macht.

Wie im letzten Post bereits erwähnt, habe ich mir vor Kurzem das Filtersystem von Cokin zugelegt. Dazu gab es drei Graufilter unterschiedlicher Stärke (ND 0,3, ND 0,6 und ND 0,9).  Mit diesen Graufiltern kann man die Belichtung künstlich beeinflussen. Das einfallende Licht wird je nach Stärke des Filters abgeschwächt. So kann z.B. bei gleicher Empfindlichkeit und gleicher Belichtungszeit mit Einsatz eines Graufilters die Blende weiter geöffnet werden oder es wird bei gleichbleibender Blende die Belichtungszeit verringert.

Was sagen nun die Zahlen aus?

Für eine genaue Erklärung verweise ich einfach mal auf den Wikipedia-Artikel. Nur soviel sei erklärt: Ein Wert von 0,3 oder 2X bedeutet ein Verringerung der Lichtmenge um eine Blendestufe oder die Verdoppelung der Belichtungszeit.

Die Kamera-Automatik

Wie ich an dem Morgen am See schon feststellen musste, funktioniert die Automatik an meiner Kamera mit aufgesetztem Graufilter nicht 100%ig, vor allem wenn mehrere Filter in Kombination benutzt werden. Die Kamera-Automatik wurde auf Blendenvorwahl gestellt. Die Empfindlichkeit betrug ISO 100 und die Blende wurde mit f/11 vorgegeben. Nun konnte die Kamera anhand des Motivs die Belichtungszeit bestimmen. Mein Ausgangsbild (siehe links) zeigt das Motiv in der von der Kamera gewählten Belichtungszeit von 1/200s ohne Graufilter. Die Kameraeinstellungen wurden so beibehalten und dann nach und nach die Graufilter aufgesteckt. Zuerst wurde der Graufilter ND 0,3 aufgesteckt. Schon da zeigt sich, dass die Belichtungszeit nicht verdoppelt wurde. Anstatt 1/100s wählte Kamera 1/125s. Bei eingesteckten Filter 0,3 und 0,6 (zusammen also 0,9 und 8-fache Belichtungzeit) wurde nicht 1/25s, sondern 1/60s als Belichtungszeit von der Kamera-Automatik gewählt. So wurde das Motiv natürlich mehr und mehr unterbelichtet. Bei Durchsicht der RAW-Dateien fiel außerdem auf, dass auch der automatische Weißabgleich immer andere Werte ermittelte. Sowohl die Werte für Farbton als auch Farbtemperatur änderten sich, je nach eingesteckten Graufiltern. Dem Motiv sah man es mit den Filter 0,3 und 0,6 noch nicht an. Sobald allerdings der Filter 0,9 noch dazu gesteckt wurde, waren die Farbverschiebungen überdeutlich (siehe letztes Bild).

Um diese Probleme zu umgehen, sollte man den Weißabgleich also manuell an der Kamera einstellen. Alternativ lässt sich die Farbton und Farbtemperatur allerdings auch noch im RAW-Konverter nachträglich anpassen. Schwerer wiegt allerdings die Ermittlung der korrekten Belichtung. Unter Umständen sollte man dort schon während der Aufnahme eine Belichtungskorrektur einstellen oder manuell belichten. Sonst kommt es, wie im letzten Bild, zu abgesoffenen Tiefen, aus den auch eine nachträgliche Anpassung der Belichtung keine Information mehr geholt werden kann.

In diesem Sinne, danke fürs lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

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