Pullentwicklung

Die analoge Fotografie bietet, wie auch die digitale Fotografie, jede Menge Möglichkeiten. Die normale Belichtung und Entwicklung mit den vorgegebenen Empfindlichkeiten bei Fotofilm wird da schnell monoton. Da es nun aber so unendlich viele Möglichkeiten gibt, dachte ich mir, dass ich mir mal eine Möglichkeit herausgreife und das Pullen von Film ausprobiere. Als Laie verbindet man mit Pullen vielleicht eher etwas Anderes, als das Entwickeln von Film. Aber Pullen ist dabei das englische Verb „pull“ (ziehen) ins Deutsche überführt. In der Filmentwicklung bezeichnet man damit das Entwickeln des Filmes niedriger als die angegebene Filmempfindlichkeit. Jeder Film hat eine Empfindlichkeit. Damit ist die Lichtempfindlichkeit gemeint, d.h. ein Wert der angibt, wie stark ein Film für Licht empfindlich ist. Nun ist es allerdings auch möglich, den Film abweichend von dieser Nennempfindlichkeit zu belichten. Es kann sowohl mit einer höheren (pushen) als auch niedrigeren Empfindlichkeit (pullen) belichtet werden. Natürlich geht das nicht mit jedem Film beliebig, den jeder Film hat nur einen begrenzten Spielraum. Später muss dann auch der Film mit dieser angepassten Empfindlichkeit entsprechend entwickelt werden.

Wie gesagt, ich habe das Pullen von Film ausprobiert und hätte mir besser vorher mal die Datenblätter angeschaut, was denn so mit dem eingelegten Film möglich ist. Vermutlich wäre für den Einstieg auch eine moderate Anpassung von ein, zwei vielleicht sogar drei ISO-Stufen völlig ausreichend gewesen, aber ich habe es gleich mal mit 4 Stufen probiert. Eingelegt hatte ich einen Kodak-Film mit ISO 400. An der Kamera hatte ich ISO 25 eingestellt und dann mit diesem Wert fleißig darauf los belichtet. Als ich dann in das Datenblatt meines Entwicklers geschaut habe, war die Entwicklung für ISO 25 nicht mit aufgeführt. Verdammt, da wird sich der Hersteller des Entwicklers bestimmt etwas bei gedacht haben. Wie gesagt, jeder Film hat eine begrenzten Spielraum, was die Belichtung angeht. Bis ISO 50 sind die Mischverhältnisse von Wasser und Entwickler aufgeführt. Also habe ich kurzerhand die Reihe für meinen mit ISO 25 belichteten Film fortgeführt und den Film entwickelt.

Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob die Belichtung mit ISO 25 doch zuviel des Guten war, mein Entwicklermix nicht gepasst hat oder doch alles irgendwie zusammen nicht stimmte, jedenfalls kam eigentlich nur graue unscharfe Pampe raus. Dazu kommt nach wie vor das Problem der vertikalen Streifen, die ich mir immer noch nicht erklären kann und teilweise Flecken, die wie Wasserflecken aussehen. Da gibt es also noch jede Menge Verbesserungspotential um zu mindestens die Fehler bei der Entwicklung auszumerzen. Für das Pullen und dann auch das Pushen schaue ich jedenfalls das nächste Mal vorher ins Entwicklerdatenblatt und belichte weniger stark abweichend von der Nennempfindlichkeit.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

 

Dieser Beitrag wurde unter Analog, Fotografie abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten auf Pullentwicklung

  1. Pingback: Sommerloch und dann? | Blogging chuqa

  2. chuqa sagt:

    Sommerloch und dann? | Blogging chuqa schreibt:

    […] Nach wie vor ist die analoge Fotografie ein wichtiges Thema für mich. So habe ich vor kurzem einen Film mit einer Nennempfindlichkeit von ISO 125 mit ISO 25 belichtet und entsprechend entwickelt. Das funktionierte diesmal auch deutlich besser, als bei meinem ersten Versuch der Pullentwicklung. […]

    [Kommentar auf dem Blog: at 21:10 on 31. August 2012]

  3. chuqa sagt:

    Sommerloch und dann? | Blogging chuqa schreibt:

    […] Nach wie vor ist die analoge Fotografie ein wichtiges Thema für mich. So habe ich vor kurzem einen Film mit einer Nennempfindlichkeit von ISO 125 mit ISO 25 belichtet und entsprechend entwickelt. Das funktionierte diesmal auch deutlich besser, als bei meinem ersten Versuch der Pullentwicklung. […]

    [Kommentar auf dem Blog: at 21:10 on 31. August 2012]

  4. Pingback: Pullentwicklung die Zweite | Blogging chuqa

  5. chuqa sagt:

    Pullentwicklung die Zweite | Blogging chuqa schreibt:

    […] der erste Versuch der Pullentwicklung kläglich gescheitert ist, konnte ich diesen Zustand natürlich nicht so belassen. Also habe ich […]

    [Kommentar auf dem Blog: at 23:32 on 8. September 2012]

  6. chuqa sagt:

    Pullentwicklung die Zweite | Blogging chuqa schreibt:

    […] der erste Versuch der Pullentwicklung kläglich gescheitert ist, konnte ich diesen Zustand natürlich nicht so belassen. Also habe ich […]

    [Kommentar auf dem Blog: at 23:32 on 8. September 2012]

  7. Frank sagt:

    Hallo,

    schön, dass es noch Menschen gibt, die im Labor stehen und Büchsen schütteln (bei mir ist das nämlich lange her..) Push oder Pull sollte natürlich auch einen Sinn habe – nämlich den Kontrast zu steuern, also steigern mit Push z.B bei „Matschewetter“ oder ein Motiv mit zu hohem Motivkontrast mit Pull im Konstrastspektrum des Films „reinzudrücken“ (daher auch Pull) – sonst kann man ja gleich einen anderen Film mit abw. ISO einlegen 😉
    Wenn Du Spaß an der Konstraststeuerung hast, dann google mal ein wenig nach Ansel Adams oder Zonensystem. Hier noch eine Buchempfehlung: Peter Fischer-Piel: Das Zonensystem in der Schwarzweiss- und Farbfotografie

    Viele Grüße
    Frank

  8. chuqa sagt:

    Frank schreibt:

    Hallo,

    schön, dass es noch Menschen gibt, die im Labor stehen und Büchsen schütteln (bei mir ist das nämlich lange her..) Push oder Pull sollte natürlich auch einen Sinn habe – nämlich den Kontrast zu steuern, also steigern mit Push z.B bei „Matschewetter“ oder ein Motiv mit zu hohem Motivkontrast mit Pull im Konstrastspektrum des Films „reinzudrücken“ (daher auch Pull) – sonst kann man ja gleich einen anderen Film mit abw. ISO einlegen 😉
    Wenn Du Spaß an der Konstraststeuerung hast, dann google mal ein wenig nach Ansel Adams oder Zonensystem. Hier noch eine Buchempfehlung: Peter Fischer-Piel: Das Zonensystem in der Schwarzweiss- und Farbfotografie

    Viele Grüße
    Frank

    [Kommentar auf dem Blog: at 21:30 on 15. Oktober 2012]

  9. chuqa sagt:

    Frank schreibt:

    Hallo,

    schön, dass es noch Menschen gibt, die im Labor stehen und Büchsen schütteln (bei mir ist das nämlich lange her..) Push oder Pull sollte natürlich auch einen Sinn habe – nämlich den Kontrast zu steuern, also steigern mit Push z.B bei „Matschewetter“ oder ein Motiv mit zu hohem Motivkontrast mit Pull im Konstrastspektrum des Films „reinzudrücken“ (daher auch Pull) – sonst kann man ja gleich einen anderen Film mit abw. ISO einlegen 😉
    Wenn Du Spaß an der Konstraststeuerung hast, dann google mal ein wenig nach Ansel Adams oder Zonensystem. Hier noch eine Buchempfehlung: Peter Fischer-Piel: Das Zonensystem in der Schwarzweiss- und Farbfotografie

    Viele Grüße
    Frank

    [Kommentar auf dem Blog: at 21:30 on 15. Oktober 2012]

  10. chuqa sagt:

    Vielen Dank für den Buchtipp. Die Belichtung nach Zonensystem will ich und werde ich auch auf jeden Fall mal probieren.
    Sicherlich sollte Push und Pull gezielt nach den Lichtverhältnissen eingesetzt werden. Bei mir war ein Pull vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber ich wollte es probieren. So weiß ich, was möglich ist, wenn doch mal die Situation gekommen ist.

  11. chuqa sagt:

    chuqa schreibt:

    Vielen Dank für den Buchtipp. Die Belichtung nach Zonensystem will ich und werde ich auch auf jeden Fall mal probieren.
    Sicherlich sollte Push und Pull gezielt nach den Lichtverhältnissen eingesetzt werden. Bei mir war ein Pull vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber ich wollte es probieren. So weiß ich, was möglich ist, wenn doch mal die Situation gekommen ist.

    [Kommentar auf dem Blog: at 16:15 on 20. Oktober 2012]

  12. chuqa sagt:

    chuqa schreibt:

    Vielen Dank für den Buchtipp. Die Belichtung nach Zonensystem will ich und werde ich auch auf jeden Fall mal probieren.
    Sicherlich sollte Push und Pull gezielt nach den Lichtverhältnissen eingesetzt werden. Bei mir war ein Pull vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber ich wollte es probieren. So weiß ich, was möglich ist, wenn doch mal die Situation gekommen ist.

    [Kommentar auf dem Blog: at 16:15 on 20. Oktober 2012]

Kommentar verfassen