Transalp 2013: 1. Etappe

Auf der ersten Etappe unserer Alpenüberquerung ging es von Füssen nach Nassereith in Österreich. Auf nachfolgendem Bild könnt ihr die Strecke der 1. Etappe nachvollziehen. Außerdem könnt ihr unter folgendem Link die Etappe als GPX-Track herunterladen.

Um nach Füssen zu kommen, bin ich erst mit Auto und Rad im Kofferraum von Stuttgart nach München gefahren, wo ich auf meine Transalp-Begleitung traf. Von München aus sind wir dann mit dem Tourimusexpress nach Füssen gefahren. Nun muss man aber wissen, dass es sich bei diesem Tourimusexpress und eine Regionalbahn vollgestopft mit Touristen, die alle die Schlösser bei Füssen (Neuschwanstein und Hohenschwangau) besuchen, handelt. Entsprechend voll war der Zug. Aber egal, wir waren ja nicht wegen des Zugfahrens da.

Der erste Rückschlag

Angekommen in Füssen, wurde die Ausrüstung noch einmal gerichtet, die Toilette noch mal aufgesucht und dann konnte es eigentlich losgehen. Doch halt, wo waren meine Handschuhe? Ich bin mir sicher, dass ich sie eingepackt hatte. Sie waren nicht auffindbar. Die Vermutung war nun, dass ich sie im Auto in München liegen gelassen habe, als ich das Fahrrad ausgeladen habe. Wie auch immer, sie waren nicht da und Fakt war auch, dass ohne Handschuhe ich nicht sehr lange die Hände am Lenker halten würde. Zum Glück war gleich neben dem Bahnhof ein Fahrradgeschäft. Also noch schnell ein paar günstige Handschuhe gekauft und schon kann es losgehen.

Erstmal in die falsche Richtung. Aber das Navi zeigte einem zum Glück ja recht schnell, dass man auf dem Holzweg war. Als wir dann endlich den richtigen Weg gefunden hatten, waren wir auch recht schnell aus Füssen draußen und in Österreich. An einem kleinen Anstieg hatten wir einen schönen Blick auf den Lech. Die Wasserfarbe war absolut genial. Türkisfarbenes Wasser wie in der Südsee (siehe oben). Ein erstes absolutes Highlight. So kann es weiter gehen.

Die Etappe

Die Etappe im Allgemeinen blieb aber nicht so schön. Klar, die Natur im Allgemeinen waren absolut fantastisch und wunderschön, aber man hatte ja auch eine sportliche Herausforderung zu bewältigen. Und die hatte es in sich. Nicht nur, dass gleich auf der ersten Etappe mit die meisten Höhenmeter auf der gesamten Tour zu bewältigen waren, nein auch die Zustände der Wege machten es einen nicht gerade einfacher. Größtenteils hatten wir es auf dieser Tour mit Schotterwegen zu tun. Schotterwege, die mal aus feineren mal aus gröberen Schotter bestanden. Nun ist Schotter nicht wirklich ein Problem, wird zu diesem aber, wenn er grob auf einem steilen Bergaufstück liegt. Dann verspürt man schnell das Verlangen, sich aus dem Sattel zu erheben und im Stehen den Berg rauf zu fahren. Schließlich kann man so ja auch mehr Kraft auf die Pedale bringen. Nur vergisst man dabei, dass durch den Schotter eh schon wenig Traktion vorhanden ist. Wenn man nun auch noch aus dem Sattel geht, ist noch weniger Gewicht auf dem Hinter- und damit dem Antriebsrad. Man fährt auf einmal nur noch auf der Stelle.

Also sitzen bleiben, kleinen Gang einstellen und dann langsam und stetig hoch strampeln. Geht zwar auf dem Bodenbelag immer noch nicht besonders gut, aber es geht. Es ist nur wahnsinnig anstrengend. Es raubt Kräfte. Zwangsläufig kommen bereits am ersten Tag Gedanken auf wie:

Was tue ich hier überhaupt und warum?

und

Wenn das so weiter geht, werde ich das morgen überhaupt noch tun können.

Etwas Genugtuung für die Anstrengung gab aber immer wieder die Natur. Ein Reh mitten auf dem Radweg, ein See plötzlich im Wald und ständig wunderbare Sicht auf die Berge. Das entschädigte mich auf jeden Fall.

Die größte Schwierigkeit an diesem Tag war die Fahrt zum Fernpass. Der Fernpass liegt auf knapp 1400m Höhe. Der Anstieg begann auf rund 1100m Höhe. Es galt also 300 Höhenmeter auf bereits angesprochenen wunderbar zu fahrenden Schotterweg zu überwinden. Nach einigen Qualen kamen wir schließlich oben an. Der Ausblick war dort etwas bescheiden, dafür zeugte aber eine Tafel davon, dass man wirklich oben sei. Egal, es war windig und sehr frisch, ich ausgelaugt und klitschnass von der Auffahrt. Ich fror. Akute Erkältungsgefahr.

Die Abfahrt

Also los, schnell wieder auf das Rad. Jetzt kommt ja schließlich die Abfahrt. Nur noch runter. Schön das Rad laufen lassen. Kaum noch Anstrengung. Zum Anfang fuhr es sich super. Die Strecke fiel leicht ab und der Schotter war feiner. Aber das änderte sich. Der Schotter wurde wieder gröber und irgendwann standen an der Seite Schilder mit der Aufschrift „Mountainbike-Schiebestrecke“. Schieben? Das Rad? Hier? Pff. Fährt sich doch ganz gut. Und so ging es erst mal weiter. Nur nicht lang. Dann ging es bergab und zwar richtig. Links, abseits des Weges richtig steil und garantiert tödlich, auf dem Weg selbst etwas weniger steil aber kaum ungefährlicher. Wurzeln und Steinbrocken pflasterten Stufen in dem Weg und machten das Fahren unmöglich. Schieben? Das Rad? Aber unbedingt! So wurde die Abfahrt zum Abgang und zu einer weiteren Herausforderung.

Aber es ging dem Ende zu und das letzte Teilstück konnte dann auch wieder fahrend bewältigt werden. So erreichten wir nach knapp 60km und etwas mehr als 5 Stunden unsere Unterkunft in Nassereith.

Allerdings zeigten sich schon gleich auf dieser ersten Tour die Schwächen von Mensch und Material. Ich hatte wirklich mit den Aufstiegen auf den Schotterwegen zu kämpfen und meine günstige (in diesem Fall dann billige) Radhose sorgte für wunde Stelle am Gesäß, die mich dann noch die gesamte Tour plagten.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

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