Transalp 2013: 3. Etappe

Nach der schönsten Etappe vom Vortag stand nun eine ganz besondere Etappe an. Vom Papier her sollte es die schwerste Etappe werden, denn es gab die meisten Höhenmeter zu überwinden. An diesem Tag ging es von Pfunds nach Prad am Stilfserjoch. Bevor wir allerdings Prad in Italien erreichen sollten, gab es noch die höchste Stelle der gesamten Tour zu überwinden. Der Reschenpass liegt nicht nur direkt auf der Grenze zwischen Österreich und Italien, sondern wurde auch mit 1500m zu unserem kleinen L’Alpe d’Huez der Tour. Aber es war auch die Etappe, bei der wir an einem Tag durch 3 Länder reisen und die höchste Geschwindigkeit der gesamten Tour erreichen sollten. Ich stelle ich euch natürlich auch hier wieder die Etappe als GPX-Track zur Verfügung.

11 Kehren

Die Etappe von Pfunds begann erst einmal relativ flach. Nur wenig Steigung musste auf Radwegen überwunden werden. Nach wenigen Kilometern führte uns die Strecke auf eine Bundesstraße, auf der wir 10km blieben. Einige Kilometer davon führten uns durch die Schweiz. In Martina war der Grenzübergang zurück nach Österreich und es begann das schwerste Teilstück. Auf ca. 6km führten uns Serpentinen in 11 Kehren von knapp 1040m Höhe auf 1400m.

Aber ich war erstaunt, wie gut es doch ging. Wir fuhren zwar langsam, aber konstant. Klar, es war auch sehr anstrengend, aber den etlichen anderen Radfahrern fiel der Anstieg auch nicht wirklich leichter. Und so schleppten wir uns schnaufend mit den anderen fremden Leidensgenossen den Hügel hinauf. Schließlich erreichten wir nach etwas über einer halben Stunde die Norbertshöhe.

Der Reschensee

Damit war auch schon der längste Anstieg geschafft. Nach einer kurzen Pause ging es dann in einer kurzen Abfahrt nach Nauders. Als wir diesen Ort hinter uns gelassen haben, führte uns die Strecke konstant leicht ansteigend zum Reschenpass und damit direkt nach Italien. Gleich hinter der Grenze erwartete uns der Reschensee, der da so herrlich malerisch in den Bergen lag. Bekannt ist der Reschensee für den Kirchturm, der aus dem See ragt. Aber warum steht da ein Kirchturm im Wasser? An dieser Stelle mal etwas Heimatkunde. Der See wurde 1949 zur Stromgewinnung angelegt. Dabei wurde das Dorf Graun überflutet. Der Turm gehörte zur Grauner Pfarrkirche und ist somit das einzige Überbleibsel vom ursprünglichen Dorf Graun.

Natürlich wurde an dem See wieder eine Pause gemacht. So konnten wir dann ausgiebig das herrliche Panorama bestehend aus dem See und den teilweise schneebedeckten Bergen ringsherum genießen.

Die Abfahrt

Am Reschensee hatten wir allerdings erst rund die Hälfte der Etappe geschafft und so mussten wir diesen wirklich schönen Ort dann auch irgendwann wieder verlassen. Der Weg Richtung Ziel führte uns zunächst um den See herum. Danach schloss sich ein zweiter kleinerer See an und es begann die rasante Abfahrt. Auf gut asphaltiertem Weg verlief die Strecke nun mit deutlichem Gefälle und teilweise sehr kurvig. Es fuhr sich super. Klar, es war keine große Kraftanstrengung notwendig, wir wurden auch so immer schneller. Dafür war nun um so mehr Aufmerksamkeit gefordert, den wir erreichten teilweise über 60km/h und fuhren mehrere Kilometer im Schnitt über 40km/h. Im Fall der Fälle bleibt da wenig Zeit zum reagieren. Und es gab auch eine wirklich brenzlige Situation. An mehreren Stellen der Abfahrt lief Wasser in größeren Mengen über den Weg. Keine Ahnung wo das herkam, aber es war auf einmal da. Nun braucht man sich als Fahrradfahrer keine Sorgen wegen Aquaplaning machen, trotzdem gibt es natürlich eine große Rutschgefahr. Wenn dann noch, wie mir passiert, auf dem rutschigem Untergrund bei dieser Geschwindigkeit in einer Kurve kurz vor dir ein „Sonntagsradler“ auftaucht, wird es sehr sehr eng. Zum Glück konnte ich noch so stark bremsen und ihm ausweichen, sonst wäre ich auf seinem Gepäckträger gelandet.

Aber es ging alles gut und so brauchten wir für die letzten 20km nicht mal mehr eine Stunde und kamen nach 4 Stunden und 20 Minuten in den Nachmittagsstunden in Prad am Stilfserjoch an. Wenn man nun schon in Italien angekommen ist, will man natürlich auch Pizza essen. Auf Empfehlung des Hausherren unserer Pension besuchten wir dann ein gut gefülltes Restaurant und aßen Pizza aus dem Steinofen. Super lecker! Ein absolutes kulinarisches Highlight und eine perfekte Belohnung für die Strapazen des Tages.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

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