Wer ist eigentlich ISO

Schon lange angekündigt, nun endlich geschafft, den Artikel zu veröffentlichen. In diesem Beitrag soll es darum gehen, was ISO in der Fotografie bedeutet.

Eigentlich ist ISO die Abkürzung für die internationale Organisation für Normung. In der Fotografie wird ISO benutzt, um die Lichtempfindlichkeit anzugeben. Bei der analogen Fotografie ist die Lichtempfindlichkeit eine Eigenschaft des verwendeten Films, bei digitalen Kameras eine Eigenschaft des Sensors. 

Was kann man nun aber damit machen?

Mit der Lichtempfindlichkeit kann die Belichtungszeit beeinflusst werden. Wird z.B. eine hohe Lichtempfindlichkeit gewählt, sind kürzere Verschlusszeiten möglich, ohne dass das Motiv unterbelichtet ist. Das ist z.B. gerade in dunklen Umgebungen hilfreich, da dort längere Belichtungszeiten notwendig sind. Lange Belichtungszeiten haben aber wiederum den Nachteil, dass wenn man das Foto aus der Hand machen will, es dabei schnell zu Verwacklungen kommen kann, sodass das Foto schliesslich unscharf wird.

Was? Du veränderst eine Eigenschaft des Sensors?

Ja…, nein…, hm. Ich verändere natürlich nicht die Eigenschaft des Sensors, denn der hat eine feste Lichtempfindlichkeit. Die kann natürlich nicht verändert werden.

Ja, was wird denn dann mit der ISO-Einstellung geregelt?

Änderungen der ISO-Einstellung hat zur Folge, dass das Ausgangssignal des Sensors verstärkt wird, bevor es die A/D-Wandler erreicht.

Aha, na dann fotografier ich eben immer mit möglichst hohem ISO-Wert?

Ja so einfach ist das leider nicht. Bei der Verstärkung des Signals, werden neben den Signalen, die durch Licht entstehen also erwünscht sind, auch die Signale verstärkt, die andere Ursachen haben, wie z.B. Wärme durch den elektrischen Betrieb der Kamera oder die Grundspannung, die eh am Sensor anliegt. Diese Signale sind aber nicht erwünscht und machen sich auf dem entstehenden Bild als Rauschen bemerkbar.

Es gilt also immer zwischen den Vor- und Nachteilen abzuwägen.

Schließlich sollen noch zwei Beispielbilder die Folgen unterschiedlicher ISO-Einstellungen zeigen. Um die Unterschiede deutlich zu machen, habe ich das Motiv einmal mit ISO 100 (niedrig) und mit ISO 3200 (hoch) fotografiert. Bei der Einstellung mit ISO 100 war eine Belichtungszeit von 1/10sec notwendig, um das Motiv ausreichend abbilden zu können. Mit dem ISO-Wert von 3200 reichte hingegen eine Verschlusszeit von 1/350sec, also deutlich weniger.

ISO 100

 
ISO 3200

Die Bilder sind nahezu gleich hell und bei dieser verkleinerten Darstellung sind auch kaum Unterschiede in der Qualität sichtbar, aber wehe wir vergrößern jeweils einen Ausschnitt aus den Bildern:

 Ausschnitt bei ISO 100

Ausschnitt bei ISO 3200Deutlich ist beim zweiten Ausschnitt (ISO 3200) das Rauschen zu erkennen, welches sich durch eine deutlich Körnung zeigt. Der erste Ausschnitt rauscht so gut wie gar nicht.

Abschließend noch ein paar Quellen, wie immer mit dabei ist der Wikipedia-Artikel zur Filmempfindlichkeit. Weiterhin bin ich bei meiner Recherche auf einen schönen Artikel zum Bildrauschen von filmscanner gestoßen und schließlich noch einen englischen Artikel zum Rauschen.

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Eine Antwort auf Wer ist eigentlich ISO

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