Wildsee

Einige meiner besten Fotos habe ich meiner Meinung nach an zwei Ausflügen noch vor Sonnenaufgang gemacht. Das frühe Aufstehen am wohlverdienten Wochenende fiel dabei nie leicht. Dafür entschädigte aber auch immer das Ergebnis. Die Lichtverhältnisse und Stimmung sind in den frühen Morgenstunden eben sehr speziell. Das begünstigt dann auch die Fotoausbeute.

An diesem Wochenende habe ich nun wieder eine solche Aktion gestartet. In Vorbereitung zu diesem Blogpost wollte ich wissen, wann ich das letzte Mal so früh unterwegs war. Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass das im Oktober 2011 war. Ich habe mich also weder 2012, noch 2013 in aller Herrgottsrfühe zu Fotografiezwecken rausgequält, obwohl ich doch eigentlich immer glücklich mit den Ergebnissen war.

Nun wie auch immer. Ich hatte nach langer Zeit nun mal wieder eine solche Aktion geplant. Ich wollte zu dem Wildsee in den Schwarzwald. Das bedeutete vorher noch ca. 1,5 Stunden Autofahrt. Der Wecker klingelte Samstag morgens um 4. Die Ausrüstung habe ich tags zuvor bereits hergerichtet und so machte ich mich nach einem kleinem Frühstück auf den Weg. Es ist schon etwas sonderbar, Samstags morgens durch den Schwarzwald zu fahren, während im Radio noch die Live-Übertragung der Party aus irgendeiner Disco dudelt. Aber es wurde noch sonderbarer.

Ich habe es zwar schon beim Begutachten des Geländes auf der Karte vermutet, aber trotzdem gehofft, dass ich mit dem Auto doch recht weit an den See herankomme. Wie sich vor Ort aber zeigte, musste ich doch knapp 2km entfernt vom See parken. Nun begann also ein halbstündiger Fußmarsch durch die Nacht. Zum Glück war es eine sternenklare Nacht und der Mond ist quasi auch ein Vollmond gewesen. So war es doch recht hell und ich hatte zur Unterstützung auch noch eine Taschenlampe dabei. Aber noch nicht genug des sehr speziellen Erlebnisses. Irgendwann ging es von dem hellen Waldweg rechts in den Wald. Ab nun ging es ca. 1 km über einen Holzsteg durch ein Moor bis zu dem See. Bei nur wenigen Plusgraden, im sowieso schon feuchten Wald und dann noch im Moor verwandelt sich so ein Holzsteg in eine Schlittschuhbahn. So bin ich also im Schein des Mondlicht den letzten Kilometer bis zum See gerutscht und erreichte mein Ziel ca. 45 Minuten vor dem Sonnenaufgang.

Am Horizont wurde es bereits hell. Die blaue Stunde hatte also schon begonnen. Schnelle habe ich das Stativ aufgebaut und begann zu fotografieren, anfangs noch ohne, später dann mit Graufilter. Ich habe mich so positioniert, dass die Sonne hinter dem See aufgeht und ich quasi in den Sonnenaufgang hinein fotografiert habe. Bis kurz nach dem Sonnenaufgang habe ich die Szenerie abgelichtet und konnte einige wirklich schöne Aufnahmen machen.

Auf dem Rückweg hatte ich dann noch die Möglichkeit ein paar sehr stimmungsvolle Bilder aufzunehmen. Vor allem die Sonnenstrahlen, die sich den weg durch die Bäume bahnen, haben es mir angetan. Ebenfalls auf dem Rückweg kam ich noch an einem Wildtiergehege vorbei. Dort kam ich an einen Hirsch sehr nah ran und konnte diesen noch porträtieren. Sogar auf der Heimfahrt musste ich noch das ein oder andere Bild von diesem herrlichen Morgen machen.

_IMG1586-Bearbeitet

Nach 3 Jahren habe ich mich mal wieder am Wochenende deutlich vor der Zeit früh aus dem Bett gequält um während der blauen Stunde und des Sonnenaufgangs zu fotografieren. Auch dieses mal bin ich absolut begeistert von den Bildern. Auch wenn das frühe Aufstehen sicher nicht mein Freund wird, so lohnt es sich dennoch ab und zu mal aus seiner Komfortzone auszubrechen. Ich denke, dass der nächste Ausflug nicht wieder so lange auf sich warten lässt.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Dieser Beitrag wurde unter Fotografie abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Wildsee

  1. Pingback: Zeit für Bilder: Gegen das Licht | Blogging chuqa

Kommentar verfassen