Zurück zum Film

praktika_blitz
Nach langer langer Zeit, komme ich nun mal wieder dazu, einen Beitrag zu schreiben. Der Anlass dazu ist neues Equipment, welches mir mein Vater vermacht hat. Es handelt sich dabei um eine Spiegelreflexkamera von Praktica und zwar eine Super TL 500. Als Objektiv kommt eine lichtstarke Festbrennweite der Firma Pentacon mit. Das 50mm-Objektiv hat eine größte Blende von 1.8. Außerdem hab ich gleich noch ein Aufsteckblitz der Firma Metz dazubekommen, mich aber noch nicht weiter damit beschäftigt.

 

Wie fotografiert man eigentlich damit ?

 
Das war so die erste Frage die ich mir gestellt habe. Nach einer kleinen Einweisung durch meinen Vater und Einlegen des ersten Filmes ging es ans Probieren. Zum Anfang hatte ich vor allem Probleme richtig zu fokussieren und die richtige Belichtung zu finden. Die Kamera besitzt einen Belichtungsmesser, der eigentlich den Fotografen unterstützen soll, doch gerade beim Verändern der Blende wollte das nicht funktionieren. Nach etlichen Versuchen und hin und her, stellte ich fest, dass sich die Blende des Objektivs nicht verändern lässt und immer auf der maximalen Blende von 1.8 steht. Also habe ich kurzer Hand das baugleiche Objektiv bei Ebay erstanden und siehe da, der Belichtungsmesser funktionierte auch bei Veränderung der Blende. Nun aber kurz zur Kamera und wie damit fotografiert wird. Dazu erstmal ein Bild als Draufsicht auf das gute Stück und die wichtigsten Bedienelemente.
praktika_draufsicht

  • 1 – Spannhebel, um den Film zu transportieren und den Verschluss zu spannen
  • 2 – Einstellrad zur Filmempfindlichkeit und Verschlusszeit
  • 3 – Anzeige zur Fotoanzahl
  • 4 – Auslöser
  • 5 – Belichtungsmesser

Nachdem der Film eingelegt wurde, wird mit dem Einstellrad (2) die Filmempfindlichkeit gewählt. Dazu muss das Rad leicht raus gezogen und dann gedreht werden, bis der gewünschte Wert angezeigt wird. Zum Anfang wurde der Film bereits transportiert und der Verschluss gespannt. Wurde allerdings ausgelöst, so muss mit dem Spannhebel (1) der Verschluss erneut gespannt werden. Gleichzeitig wird dann auch der Film transportiert.  Das muss nach jedem Foto erneut gemacht werden, um erneut auszulösen.sucher_standard Wenn durch den Sucher geschaut wird, ergibt sich ein Bild wie links. In der Mitte ist der Kreis zu sehen, mit dessen Hilfe fokussiert wird. Dazu gleich mehr. Das Dreieck auf der linken Seite zeigt an, ob der Verschluss gespannt ist. Ist das Dreieck zu sehen, muss der Verschluss noch gespannt werden, damit ausgelöst werden kann, andernfalls ist der Verschluss gespannt und die Kamera auslösebereit. Auf der rechten Seite befindet sich die Anzeige zur Belichtung. Auch dazu komme ich gleich.

 

Fokussierung


Wie bereits angedeutet wird mithilfe des sucher_fokussierung_unscharfmittleren Ringes fokussiert. Dazu besteht der kleine Kreis in der Mitte aus zwei Halbkreisen (siehe rechts). Nun muss der Fokusring des Objektivs so lang gedreht werden, bis diese beiden Kreise übereinander liegen, also das Objekt, das im Sucher betrachtet wird, dem realen entspricht. Das Bild rechts zeigt das Objekt unscharf.

 

sucher_fokussierung_scharf

 

 

Nun wurde solang der Fokusring bewegt, bis das Objekt scharf dargestellt wird. das Bild links zeigt das gleiche Objekt, wie es scharf dargestellt wird. Als Nahgrenze des Objektivs sind übrigens 33 cm angegeben.

 

 

 

 

 

Belichtung


Als nächstes zeige ich, wie ein Motiv korrekt belichtet wird bzw. wie der Belichtungsmesser der Kamera benutzt wird. Es gibt drei Einstellungen, die Einfluss auf die Belichtung haben. Als Erstes wäre da die Lichtempfindlichkeit des Filmes, die nach dem Einlegen des Filmes mit dem Einstellrad (2) gewählt wird. Diese Einstellung ist allerdings für den kompletten Film fest und kann nicht vor dem Foto angepasst werden, wie bei einer Digitalen Spiegelreflexkamera. Als zweite Eigenschaft ist die Verschlusszeit zu nennen, die ebenfalls mit dem Einstellrad (2) gewählt wird. Der gewählte Wert wird mit dem roten Dreieck angezeigt. Es sind Werte von einer Sekunde bis zu eine 500stel Sekunde möglich. Weiterhin gibt es noch einen Bulb-Modus für Langzeitbelichtung und ein Modus für die Verwendung eines Blitzes. Mit den beiden letzten Modi habe ich mich allerdings noch nicht beschäftigt. Als drittes Kriterium für die Belichtung bleibt noch die Blende, die am Objektiv eingestellt wird. Damit bleiben also die Belichtungszeit und die Blende als Mittel zur korrekten Belichtung. Die gewählte Belichtung kann mithilfe des Belichtungsmesser (5) kontrolliert werden. Mit Drücken des Schalters wird im Sucher auf der rechten Seite angezeigt, wie das Motiv sucher_belichtung_unterbelichtungmit den gewählten Einstellungen beim Auslösen belichtet wird. Als Bezugselement dient dabei der Kreis. Der Stift ist das bewegliche Element.
Zeigt der Stift unter dem Kreis wie in der nebenstehenden Abbildung, so wird das Motiv mit den gewählten Einstellungen unterbelichtet.sucher_belichtung_ueberbelichtung

 

 

 

Zeigt der Stift hingegen über den Kreis so wird analog dazu das Motiv beim Auslösen überbelichtet (siehe Abbildung links). Die Verschlusszeit und Blende können während des Betätigens des Belichtungsmessers verändert werden. dabei verändert sich der Stift, so dass gleich kontrolliert werden kann, wie sich die Veränderung von Einstellungen auf die Belichtung auswirkt. sucher_belichtung_korrekt

 

Befindet sich der Stift innerhalb des Kreises, wie auf der Abbildung rechts, so ist sind die gewählten Einstellungen zu Belichtung korrekt und der Auslöser (4) kann betätigt werden. 

 

 

 

 

 

 

 

Das soll es als kleine Einleitung zur analogen Fotografie mit der Praktica Super TL 500 gewesen sein. Als Abschluss noch ein Foto des ersten Filmes. Die Ausbeute des Filmes war sehr mager, da die meisten Fotos überbelichtet waren. Im Nachgang am PC wurde noch am Kontrast etwas gedreht, aber ansonsten unverändert vom Scanner übernommen. Beeindruckend finde ich vor allem die geringe Schärfentiefe bei Blende 1.8 (Das Bild wurde mit dem defekten Objektiv aufgenommen), die sich wirklich nur auf einen ganz schmalen Bereich konzentriert.

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