Wer ist eigentlich Polarisationsfilter

Ein Polarisationsfilter, oder kurz Polfilter, kann einen Teil des sichtbaren Lichts absorbieren. In der Fotografie kommen lineare und zirkulare Polarisationsfilter vor. Der zirkulare Polarisationsfilter besteht dabei aus einem linearen Polfilter und einer zusätzlichen Schicht.

Licht hat die Eigenschaft, dass es sich in Wellen ausbreitet. Dabei schwingen die Lichtwellen, nicht nur in eine Richtung, sondern in alle möglichen Richtungen. Mithilfe eines Polfilters kann man nun Lichtwellen einer bestimmten Schwingungsrichtung aussperren. Sowohl lineare, als auch zirkulare Polfilter sind in dieser Funktionsweise identisch. Kommen nur Lichtwellen mit einer bestimmten Schwingungsrichtung beim Belichtungsmesser von Kamerasystemen an, kann es zu Messfehlern kommen. Deshalb gibt es zirkulare Polfilter, die durch die zusätzliche Schicht das gefilterte Licht wieder auf alle Schwingungsrichtungen aufteilen.

Ich möchte aber gar nicht zu viele Worte dazu verlieren, denn das haben andere Seiten schon sehr ausführlich beschrieben. Auf Wikipedia findet ihr eine sehr ausführliche physikalische Beschreibung zu Polarisationsfilter. Hier und hier findet ihr in meinen Augen sehr gute Seiten, die Polfilter im Rahmen der Fotografie beschreiben.

Auf die praktische Verwendung der Filter in der Fotografie möchte ich trotzdem noch kurz eingehen.

Test Polarisationsfilter Blauton

Typischerweise kommt so ein Polfilter vor das Objektiv. Solche Filter gibt es zum aufschrauben auf das Objektiv oder als Steckfilter mit einem entsprechendem System. Mithilfe von Drehungen der Filter, kann man dann die Polarisation steuern. Eine der bekanntesten Wirkungen von Polfiltern ist die Beeinflussung des Himmels. So kann man je nach Drehung des Filters den Himmel dunkler wirken lassen. Sind Wolken am Himmel, so treten diese dadurch deutlicher hervor. Das Bild oben zeigt ein Bild, das mit zwei verschiedene Stellungen des Polfilters aufgenommen wurde. Auf der linken Seite des Bildes ist der Himmel dabei deutlich dunkler und die Wolken heben sich stärker vom Himmel ab.

Die zweite wesentliche Verwendung von Polfiltern ist die Reduktion von Spiegelungen. Mithilfe der Polfilter ist es möglich Reflexionen von nicht metallischen Gegenständen, wie Wasser oder Glas, zu eliminieren. Das Bild unten zeigt das Bild einer Wasseroberfläche. Am unteren Bildrand kann man recht gut die unterschiedlichen Wirkungen der Polfiltereinstellungen erkennen. Während auf der linken Seite die Spiegelung des Sonnenlichts komplett ausgeblendet wird und sogar die Pflanzen unter der Wasseroberfläche erkennbar sind, spiegelt sich auf der rechten Seite das Sonnenlicht noch recht stark.

Test Polarisationsfilter Spiegelung

Ein paar Nachteile der Polfilter gibt es aber auch. Zum Einen hängt die Stärke der Effekte des Polfilters auch immer von der Ausrichtung der Kamera ab. Das Blau des Himmels wird z.B. besonders verstärkt, wenn die Kamera im 90° Winkel zur Sonne ausgerichtet ist. Spiegelungen kann man im Winkel von ca. 35° zur spiegelnden Oberfläche sehr effektiv entfernen.

Den zweiten Nachteil, den ich bei dem Einsatz des Filters festgestellt habe, ist ein Lichtverlust von ca. 1 bis 1,5 Blendenstufen. Um das Motiv korrekt zu belichten, müssen die Parameter für Empfindlichkeit, Belichtungszeit und Blende mit den jeweiligen Konsequenzen entsprechend angepasst werden.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bleibt begierig.

Gruß chuqa

Dieser Beitrag wurde unter Wer ist eigentlich ... veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen